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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Unterwegs zwischen Party, Bass und Ponys

14.11.2019

Zetel Kurz vor halb 10, Ortskern von Zetel im Landkreis Friesland. Es ist der Mittwoch des 335. Zeteler Marktes und etwas über null Grad. Mittwoch bedeutet: Sonderbusse kommen mit Besuchern aus der ganzen Region zu dem Volksfest, ein Großteil der Läden hat geschlossen, Kinder haben schulfrei, dichtes Treiben auf dem Marktgelände, Parkplätze sind Mangelware – kurzum, Ausnahmezustand. Die NWZ hat sich zum Haupttag ins Getümmel gestürzt.

9.40 Uhr

Es setzt kurz etwas Nieselregen ein. Mehrere Gruppen kommen noch etwas orientierungslos an. „Wo geht’s denn zuerst hin?“, ist die meistgestellte Frage. „Erst mal rein“, dann die Antwort.

„Jetzt kann man hier ja noch schön durchlaufen“, sagt ein Besucher zu seinem Kumpel, während beide noch mit langen Schritten über die Straße gehen. Der Autoscooter liegt noch im Dunkeln, mancher wartet schon, geduldig.

9.45 Uhr

Pony an Pony reiht auf dem Stroh. Zum Zeteler Markt gehören nämlich nicht nur Fahrgeschäfte und Genuss, sondern auch der Viehmarkt, der traditionell schon um 6 Uhr beginnt. Aus diesem ist im Laufe der Jahrhunderte der heutige Markt entstanden.

Manch einer würde vermutlich gerne eines der Tiere gleich mitnehmen, belässt es dann aber beim kurzen Streicheln der Fellnasen und schon zieht es die Besucher wieder auf das eigentliche Marktgelände. Vorbei an weiteren Ponys, Hasen, Tauben, Hühnern oder Laufenten.

9.52 Uhr

Bässe wummern aus dem Friesenzelt, die Stimme der Sängerin Amy Winehouse schallt über die (noch) recht leere Tanzfläche – verhaltene Bewegungen vor der Bühne. An einem Stehtisch genießt das Trio Jörg, Uwe und Jürgen ihr Bier. Warum man den Marktmittwoch besucht? „Tradition“ ist die einhellige Meinung. Und die Stimmung? „Eben wie sonst nachts um 3 Uhr“, sagt Jörg und lacht. In zwei Stunden, fügt er noch hinzu, komme man hier nicht mehr durch.

10.25 Uhr

In den Hankenhof, ein altes Bauernhaus am Rand des Marktgeländes, strömen immer mehr Menschen. Jetzt wird hier der Tag zur Nacht gemacht. Und wieder kommt das Wort Tradition auf. Das sei eben der letzte Tag hier auf dem Markt, meint eine Frau noch kurz und verschwindet mit ihrer Gruppe im Getümmel. Draußen brutzeln die Mitarbeiter der Buden bereits Schnitzel und Champignons in der Pfanne – Feiern macht eben hungrig.

10.40 Uhr

Die Tankstelle an der Neuenburger Straße ist umzingelt von Bierbuden und hinter einer Backfischbude kaum zu erkennen. Wo sonst Sprit getankt wird, fließt in diesen Tagen Bier aus dem Zapfhahn – und am Mittwoch ganz besonders. Die Zapfsäulen sind hinter Holzwänden eingekleidet.

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So langsam wächst auch der Hunger bei vielen Besuchern: auf Gyros, Fischbrötchen, Bratwurst, Aal und Co. Die Schlangen an den Buden werden länger. Kurz ist die Wartezeit noch bei den Los- oder Schießbuden. „Das kommt noch“, sagt die Mitarbeiterin einer Schießbude. Vermutlich spätestens gegen Nachmittag, wenn die Besucher „sich messen wollen“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

10.50 Uhr

Erneut Bass, diesmal gemischt mit den Gesprächen der Menge vor dem Festzelt am Rathaus. Der Schlagersong „Traum von Amsterdam“ schallt durch die offenen Zelttüren, und spätestens beim bekannten Partymix der Band Pur hat der DJ das Publikum auf seiner Seite – die Menge jubelt.

11.30 Uhr

Während es auf den Gassen kaum mehr voran geht, ist es beim DRK Friesische Wehde noch ruhig. Die Sanitäter haben ihr Lager in der Turnhalle der IGS aufgeschlagen. „Heute hatten wir noch keinen Fall, aber es war die vergangen Tage auch ruhig“, sagt Einsatzleiter Carsten Drieling. Eigens für den Markt wurde eine Leitstelle eingerichtet. Bei rund 80.000 erwarteten Besuchern allein am Mittwoch ist das aber auch nötig, betont Drieling.

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Auch wenn es am Vormittag noch ruhig ist, spätestens am frühen Nachmittag des Marktmittwochs kommen sie auf jeden Fall, die Patienten – und aller Voraussicht nach mit einer Alkoholvergiftung. Dann warten hier neben den Sanitätern Feldbetten, Wolldecken und Eimer.

Tonia Hysky Redakteurin / Newsdesk
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