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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Zorn über Finanzdebakel

24.11.2014

Rastede Am Ende waren sie alle erleichtert. Zumindest äußerten sich so die Organisatoren der Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land. Synodenpräsidentin Sabine Blütchen und Bischof Jan Janssen stellten am Sonnabend nach dem Ende der dreitägigen Sitzung das hohe Verantwortungsbewusstsein der 60 Mitglieder des Kirchenparlaments heraus.

Die Synode habe nicht nur einen erstmals nach dem komplizierten Doppik-Verfahren erstellten Haushaltsplan für das kommende Jahr aufgestellt, sondern sich gleichzeitig unaufgeregt, aber sachlich konsequent mit der Aufarbeitung der jüngst festgestellten gravierenden Verwaltungsmängeln beschäftigt und entsprechende Weichen gestellt.

Dabei ging es um Vorgänge in der regionalen und zentralen Kirchenverwaltung in Oldenburg, die dazu geführt hatten, dass der dafür verantwortliche juristische Dezernent, Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs (51), auf eigenen Antrag in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und sofort beurlaubt wurde (NWZ  berichtete). Bis Ende April 2015 erhält er weiter sein volles Gehalt, danach für drei Jahre etwa 70 Prozent der Bezüge, bevor die Zahlungen auf etwa 50 Prozent reduziert werden.

Friedrichs hatte die Konsequenzen aus einem Sonderbericht des Oberrechnungsamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gezogen, in dem gravierende Mängel im internen Kontrollsystem der Kirche festgestellt worden waren – mit der Folge, dass jahrelang die Elternbeiträge für die Oldenburger Kindergärten nicht ordentlich verbucht wurden. Fehlende Zahlungen wurden nicht angemahnt und sind teilweise schon verjährt, insgesamt 400 000 Euro werden jetzt nachgefordert.

Während in informellen Gesprächen am Rande der Synode durchaus Zorn und Enttäuschung formuliert wurde, blieben die offiziellen Äußerungen in der Synodentagung zurückhaltend. Niemand wollte den dadurch in der Öffentlichkeit entstandenen Schaden noch vergrößern.

Bei der Aufarbeitung der Defizite soll der Sachverstand eines externen Interims-Managers in Anspruch genommen werden. Erste konkrete Gespräche würden bereits am 1. Dezember geführt, teilte Bischof Janssen mit. Dabei geht es um einen Mann, der bereits mit den anstehenden Problemen vertraut ist, weil er an der EKD-Prüfung beteiligt war.

Während die Synode beschloss, der Kirchenleitung für den Ausarbeitungsprozess eine synodale Arbeitsgruppe an die Seite zu stellen und den Hinweis gab, auch die Gemeinden nach ihren Erfahrungen mit der Verwaltungsreform zu befragen, reagierten kirchliche Mitarbeiter irritiert auf die Verfahrensweise des aktuellen Krisenmanagements. Ihre Vertretung sei bisher noch nicht in den neuen Prozess eingebunden. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sehe anders aus.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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