WESERMARSCH - Wie unterscheiden sich Weizen und Gerste? Und nach welchem Prinzip funktioniert eigentlich ein Sextant? Kinder, die in ihren Hausaufgaben für die Schule solche Fragen beantworten müssen, können jetzt zum Entdeckerheft greifen.
Entdecken lassen sich die Antworten auf solche Fragen nämlich in den sechs Museen der Wesermarsch. Gemeinsam haben sie jetzt sechs Entdeckerhefte in einer Auflage von jeweils 2000 Exemplaren herausgegeben – anspruchsvoll aufgemachte 16-seitige Broschüren, die an teure Hochglanz-Zeitschriften erinnern. Die Entdeckerhefte werden weder verkauft noch verschenkt, sondern bei einem Besuch des Museums auf Wunsch ausgegeben.
„Das ist innovativ“, sagt Nils Meyer, der Leiter des Museums Moorseer Mühle, das junge Familien zu seinen Stammkunden zählt. „Wir haben uns generell gegen Comic-Figuren in den Heften entschieden“, ergänzt Dr. Carsten Jöhnk, der Leiter des Schifffahrtsmuseums Brake. „Wir wollen deutlich machen, dass wir die Kinder in ihrem Wissensdurst ernst nehmen.“
Auch Lür Steffens vom Künstlerhaus Jan Oeltjen in Jaderberg ist stolz auf die hochwertige Optik: „Wir haben uns für eine elegante Aufmachung entschieden, damit die Hefte nach dem Museumsbesuch nicht gleich in den Papierkorb fliegen.“
Zu dieser eleganten Aufmachung gehört eine Metallicfarbe auf dem Titelblatt, ein eigener Untertitel und ein eindrucksvolles Bild, auf das als besonderer Blickfang eine Lupe liegt. Die Innenseiten glänzen mit Freistellungen, bunten Schriften und aufgehellten Hintergrundbildern. Das Bremer Grafikstudio, das die Entdeckerhefte gestaltet hat, behielt dabei immer die Sehgewohnheiten verwöhnter Leser im Auge. Die Koordination lag bei der Nordenhamer Biologin Dr. Erika Mayer.
So wie jedes der sechs Häuser eine andere Metallicfarbe zeigt, hat es auch einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt gesetzt. Das Museum Nordenham bietet beispielsweise eine Rallye mit 37 Fragen zum Ankreuzen an. Wer das Entdeckerheft der Moorseer Mühle gelesen hat, weiß alles über den Weg vom Korn zum Mehl. Das Fedderwardersieler Heft deckt die Themen von der Fischerei über die Gezeiten bis zum Priel ab. Das Schifffahrtsmuseum Brake führt zurück in die Zeit der Großsegler und des Admirals Brommy. Das Handwerksmuseum Ovelgönne stellt Werkstoffe, Werkstücke und Werkzeuge vor und fordert die Kinder auf, Fragen zu beantworten und kleine Texte zu schreiben. Und das Künstlerhaus Jan Oeltjen erklärt, was ein Aquarell, eine Zeichnung, eine Grafik und ein Holzschnitt ist.
Möglich wurden diese Hefte durch das Projekt „Innovation und Vernetzung in der Museumspädagogik“, zu dem die Europäische Union und das Land Niedersachsen insgesamt 35 000 Euro geben. Die EU fördert das Projekt über das Programm Leader Plus, im Landkreis wurden die Mittel über die Lokale Aktionsgruppe „Wesermarsch in Bewegung“ verteilt, die Heike Lüppe bei der Präsentation der Hefte am Dienstag in der Moorseer Mühle vertrat.
