WESTERSTEDE - Der Naturschutzbund (Nabu) und der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen haben den Startschuss für ein gemeinsames Engagement für bedrohte Tierarten gegeben. Im Rahmen der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ haben die Nabu-Gruppe Westerstede und die Ev. luth. Kirchengemeinde Westerstede mit 21 Konfirmanden des Pfarrbezirks Mitte unter Leitung von Pastor Michael Kühn Maßnahmen ergriffen, um den immer seltener werdenden Turmfalken, Schleiereulen und Fledermäusen im Kirchturm von St. Petri neue Lebensmöglichkeiten zu schaffen.

Etwa zwei Drittel aller Turmfalken zieht seinen Nachwuchs in Brutnischen an Kirchtürmen auf. Doch viel zu oft fehlt es den eleganten Fliegern an Nistmöglichkeiten. Häufig gehen diese bei Sanierungsarbeiten verloren, oder die Einfluglöcher und Nischen werden zur Abwehr von Tauben gezielt vergittert.

Auch Schleiereulen und Fledermäuse verlieren durch solche „nicht-tiergerechten“ Sanierungen wichtige Nistplätze und Quartiere. Die Nabu-Gruppe Westerstede ist zusammen mit der Ev. luth. Kirchengemeinde in den letzten Monaten aktiv geworden, um Turmfalke und Co. eine dauerhafte Bleibe in der St. Petri-Kirche zu ermöglichen.

Mit zahlreichen Maßnahmen konnten die Quartierbedingungen für Turmfalken, Schleiereulen und Fledermäuse bereits deutlich verbessert werden. So wurde z. B. auf einem gemeinsamen Begang festgestellt, dass die Tiere nicht genügend oder gar keine Nistmöglichkeiten hatten. Daraufhin wurden Schleiereulen-, Fledermauskästen gefertigt und ein Falkenkasten wieder gereinigt und repariert.

Eine Urkunde und eine Plakette für das Kirchengebäude überreichte am Dienstag Manfred Pfeil von der Nabu-Ortsgruppe: „Eine solche Begeisterung wie hier für ein Projekt habe ich selten erlebt.“