WESTERSTEDE - WESTERSTEDE - „Nein, nicht noch mal eins“, schallte eine Stimme aus dem Publikum durch den Saal der St. Petri Kirche. Ein Kind machte seiner Ungeduld Luft, als die beiden Akteure Barbara Andrae, Akkordeon, und Volkmar Stickan, Violoncello, diesmal mit Unterstützung von Christian Andrae (Gitarre), zur Zugabe ansetzen wollten.

Die kindliche Unbedarftheit sorgte für eine amüsante Situation, aber keineswegs für eine Geringschätzung der Interpretationen, die ein abwechslungsreiches Programm bildeten.

Das Duo-Konzert, das im Rahmen der Reihe „Musik zum Sonntag“ ohne Eintrittsgeld zu besuchen war, bot eine musikalische Zeitreise vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwartskunst.

Kaum hatten die Glocken das Ereignis eingeläutet schwebten die schönen, aber melancholisch schweren Cellogesänge eines jüdischen Nigun durch den Saal und verbreiteten sich fast hypnotisch. Dem Komponisten Ernest Bloch schlossen sich die barocken Konzertstücke von Francois Couperin an, leicht und beschwingt, bevor mit drei Tänzen des finnischen Komponisten Heikki Valpola moderne Klänge den Raum erfüllten. Mit Werken von Astor Piazzolla und Enrique Granados eroberten auch exotischere Werke mit fast weltmusikalischem Charakter die Hallräume der Kirche.

Das Akkordeonspiel der Musikpädagogin Barbara Andrae wirkte stets professionell bodenständig und fast unangestrengt, während der Cellist des Oldenburgischen Staatstheaters oft emotional körperbetont agierte und seinen musikalischen Linien dadurch Flügel verlieh.

„Nein, nicht noch mal eins“ mag das Klagen eines Kindes über ein 75-minütiges Ausharren auf einer Kirchenbank widerspiegeln, aber keinesfalls das Fazit dieser Veranstaltung.