Westerstede - Sie ist der Star auf den Brettern der großen Kabaretts und Varietés gewesen, ihre Lieder wurden auf der Straße geschmettert: Claire Waldoff hat zwischen 1907 und 1935 tiefe Spuren in Berlin hinterlassen. Unter der Überschrift „Ich will aber gerade vom Leben singen...“ erweckt Sigrid Grajek am Samstag, 18. November, die Kabarettistin zum Leben, und zwar ab 20 Uhr auf der Bühne des Westersteder Güterschuppens. Sie entführt das Publikum zurück in die 1920er Jahre, als Claire Waldoffs Lieder wie „Hermann heeßt er!“ oder „Raus mit den Männern aus dem Reichstag“ auf der Straße gesungen wurden.
Claire Waldoff war anders als die Chansonetten ihrer Zeit. Sie rauchte Zigarre, liebte Nordhäuser Korn, fluchte wie ein Müllkutscher, lebte offen mit ihrer Lebensgefährtin zusammen und wartete mit einer Stimme auf, die als „echte Röhre“ betitelt werden konnte. Auf der Bühne stand sie in Schlips und Kragen, handelte sich Ärger mit dem Zensor ein, der kritisierte, dass Frauen im Herrenanzug nach 23 Uhr wegen Unsittlichkeit nichts mehr auf der Bühne zu suchen hätten.
„Sie hat wie keine andere den Ton getroffen, der die Menschen erreichte“, wissen die Organisatoren des Kulturprogramms vom Westersteder Bahnhofverein. Weil sie „gerade vom Leben singen wollte“ – von den Sorgen und Nöten, Freuden und Verwicklungen, die das Leben mit sich brachte.
Der Eintritt in den Güterschuppen, Am Bahnhof 1 in Westerstede, kostet 14 Euro. Vereinsmitglieder zahlen elf Euro. Im Vorverkauf sind alle Karten um zwei Euro ermäßigt.
