Westerstede - Ein eigenes Buch schreiben, sich einen Namen als Autor machen, die eigenen Geschichten und Gedanken auf einer Lesung vortragen: Viele Menschen hegen den Wunsch, unter die Schriftsteller zu gehen. Doch nur wenigen gelingt der Sprung vom Hobby-Schreiber zum Bestseller-Literaten.

Wer keinen Verleger findet, dem blieb lange Zeit nur die Möglichkeit, auf seinen Traum zu verzichten oder als letztes Mittel der Selbstverlag. Eine ganze Auflage vorzufinanzieren und dann eigenständig an den Leser zu bringen, ist jedoch ein hoher Aufwand. Seitdem es E-Books gibt, ist das einfacher geworden. Und so wurde auch Wiebke Bohn zur Autorin. „Eigentlich ausversehen“, sagt die Westerstederin.

Geschrieben habe sie schon als Kind gern und fantasievoll. Und gelesen sowieso. Am liebsten Michael Ende, Wolfgang Hohlbein und J. K. Rowling. „Irgendwann habe ich ein Buch einfach für mich geschrieben, das ich auch unter Verschluss hielt. Über meine Schwester erfuhr ich, dass man eigene Manuskripte auf der Website www.book-on-demand.de hochladen, als Buch gestalten und ausdrucken kann“, sagt die 33-Jährige. Wie sie dann herausfand, kann man dort auch seine Texte der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Denn durch ein „Verklicken“ veröffentlichte sie ihr Buch und wurde so 2012 aus Versehen zu einer Selfpublisherin (deutsch: Eigenverlegerin). Als Pseudonym gab sie L.R. Laurel an.

Die knapp 450 Seiten schienen gut anzukommen, „denn ich erhielt eine kleine, nette Abrechnung dafür, was mich total überraschte“, sagt die gelernte Krankenschwester. Sie schickte Leseproben von ihrem Erstlingsroman „Seelenspiegelgewölbe“ an verschiedene Verlage. Und der dritte, Feelings E-Books, der zu der Zeit noch zu Droemer Knaur gehörte, sagte ihr zu. „Es war im Oktober 2016 als ich eine ,richtige’ Autorin wurde. Ich war wirklich stolz“, sagt Wiebke Bohn, die in Jever geboren wurde. Es folgten die Romane „Goldrauschgift“ und „Düsteralbtraum“, die ebenfalls zum Genre Fantasy zählen.

Derzeit steckt die Westerstederin in Verhandlungen, denn Ende des Jahres soll ihr neustes Werk erscheinen. „Es wird ein Liebesroman mit Thriller- und Krimi-Elementen“, verrät sie.

Selfpublishing hält die Westerstederin für eine sehr gute Option, sich zu verwirklichen. „Für mich war es eine schöne Erfahrung“, sagt sie. An der Arbeit mit einem Verlag schätze sie allerdings die Möglichkeit eines Lektorrats, Korrektorats und der Unterstützung beim Thema Marketing. Auch das Thema Feedback und der finanzielle Aspekt seien nicht zu unterschätzen.