WESTERSTEDE - Schublade auf, Band rein, Schublade zu und Etikett aufgeklebt – das funktioniert oftmals, wenn man versucht, Musik zu klassifizieren. Manchmal sind jedoch einfach alle Schubladen zu klein. So ist es auch bei der Band „Tired in Waiting“, die sich 2004 im Westersteder Jugendzentrum formierte.

Ein bisschen klingt das, was Kathrin Erdmann (19, Schlagzeug), Anneke Meyer (18, Gesang), Carla Bade (19, Bass) und Anka Bollmann (19, Gesang) da machen, wie die 90er-Jahre-Knastband „Bandits“, zu der sich die Schauspielerinnen Katja Riemann, Nicolette Krebitz und Jasmin Tabatabai für den gleichnamigen Kinofilm zusammengefunden hatten.

Aber irgendwie klingen sie doch auch anders. Denn – auch wenn es Bassistin Carla gerne so hätte – es geht nicht immer nur lässig, laut und kraftvoll zu, wenn die Frauen auf der Bühne stehen. Besonders die beiden Sängerinnen mögen weiche Harmonien und melodische Wendungen. Zum unverwechselbaren Stil trägt außerdem noch ein fünftes Bandmitglied bei: Robert Wieger, 51 Jahre, Soziapädagoge im Jugendzentrum und Gitarrist der Gruppe. „Unser Bandopa“, wie ihn die vier Mitstreiterinnen nennen.

Robert Wieger ist nicht nur Mitinitiator der Band, sondern fungiert auch als Ideengeber für viele Songs. „Wenn wir proben, spielt Robert irgendeine Melodie und wir improvisieren dazu“, erklärt Schlagzeugerin Kathrin. Auch die englischen und deutschen Texte entstünden eher nebenbei und in Teamarbeit.

Was das Besondere an „Tired in Waiting“ ist? Da sind sich die Fünf schnell einig: „Wir proben nicht, um zu proben, sondern um Zeit miteinander zu verbringen.“ Die Höhepunkte der gemeinsamen Arbeit waren jedoch zweifelsohne Auftritte in anderen Jugendzentren, beim Heidefest in Westerloy, bei einem Berliner Radiosender oder zuletzt beim Zwischenahner Neujahrsworkshop im „Stellwerk“. Auch die Studioaufnahmen für zwei CDs zählen zu den unvergesslichen gemeinsamen Erlebnissen.

Alles Gute hat einmal ein Ende. Lange wird die Band nicht mehr in dieser Formation zusammen spielen, denn zwei der Musikerinnen befinden sich kurz vor dem Abitur und werden das Ammerland voraussichtlich im Sommer verlassen. Vor der endgültigen Trennung soll es jedoch noch ein großes Abschlusskonzert, eventuell ein Album und möglichst viele private Auftritte geben. Das sind sich alle fünf Bandmitglieder einig.