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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Seit zehn Jahren gemeinsam spontan

07.12.2019

Westerstede Die Einleitung zum Tedeum von Marc-Antoine Charpentier, diese als Eurovisionsmusik bekannte Barockmelodie, kommt im Original flink daher wie ein fescher Straßenflitzer, gespielt von 20 Instrumentalisten. Doch einmal im Jahr braust sie wie eine hoch motorisierte Nobelkarosse heran. 70 Musikerinnen und Musiker haben da zuletzt in Westerstede Gas gegeben.

Zuletzt, das war am zweiten Weihnachtstag 2018. Da hatte sich erneut das Spontanorchester in der Ammerländer Kreisstadt zusammengefunden: Probe um 8.45 Uhr und weihnachtliche Musik im Gottesdienst um 10 Uhr. Das Zehnjährige in der St. Petrikirche steigt also diesmal am 26. Dezember: Zur Einleitung das „Trumpet Volontary“ von Henry Purcell. Es folgen Weihnachlieder – als Vorspiele oder zum Gemeindegesang – und dann eben diese Hymne des Franzosen Charpentier.

Meike Bruns (52) ist in Westerstede die „Frau Spontanorchester.“ 2009 hat die Leiterin des Pflegekinderdienstes bei der Stadt Oldenburg und nebenamtliche Kirchenmusikerin in Westerstede erstmals zum spontanen Treffen von Profis und Laien, Jungen und Alten eingeladen. 21 Männer und Frauen bildeten das erste Ensemble. Lange pendelte es sich bei 30 bis 40 Mitwirkenden ein, bis eben zu jenen 70 im vorigen Jahr.

„Es machen Musikfreudige aus der ganzen Region mit“, sagt Bruns. „Wer einmal dabei war, wird zum Multiplikator.“ Frühere Ammerländer kehren speziell dafür heim. „Es ist eine Verbindung in meine Heimatstadt und immer ein bisschen nach Hause kommen“, sagt Spielerin Katharina Heuwagen.

Eigentlich spontan ist Meike Bruns zum Spontanorchester gekommen. Die Lippstädter Kirchenmusikerin Christa Kirschbaum infizierte sie mit der Idee des improvisierten gemeinsamen Musizierens. „Ich habe sofort gedacht, das ist etwas für uns“, erinnert sie sich.

Bruns, Chorleiterin, Bratschistin, Ensemblespielerin und Organistin in einer Person, beugte zur Premiere der eigenen Aufregung professionell vor: „Ich habe eine kleine Truhenorgel hingestellt“ erzählt sie lachend. „Wenn es durcheinander gegangen wäre, hätte ich ein Register mehr ziehen können.“ Das Instrument ist nie zum Einsatz gekommen.

Die Altersmischung ist so bunt wie die Vielfalt der Instrumente. Natürlich geben Holz- und Blechbläser und Streicher den Ton an. Doch Mundharmonika, Ukulele, Gitarre, Akkordeon, Chalumeau oder sogar Dudelsack waren schon zu hören. Die Grundidee hat sich inzwischen ausgebreitet. Westerstede ist im Nordwesten nicht mehr der Monopolist, aber der größte Magnet. 2018 hat Beate Besser in Oldenburg-Ohmstede erstmals ein solches Ensemble zusammengerufen. Die Landeskirchenmusikdirektorin lädt auch diesmal am zweiten Feiertag dazu ein.

Die Spontaneisten in St. Petri setzen auf die persönliche Atmosphäre. Die Aktive Christine Peters schätzt besonders: „Als Blockflöte hätte ich sonst nie Gelegenheit, in so einem großen Orchester zu spielen. Meike arrangiert die Stücke so, dass alle zu hören sind und keiner untergeht.“

Gottesdienstbesucherin Silke Boehmann sieht einen ganz praktischen Nutzeffekt: „Für mich war das eine pfiffige Idee, den chronisch schlecht besuchten Gottesdienst am zweiten Weihnachtstag zu einem attraktiven Festgottesdient auszubauen.“ Doch es ist dann viel mehr geworden: „Ich erlebe das lebendig gewordene Engelorchester. Es verdeutlicht mir sinnfällig, was mit ‚kommet zu Hauf, Psalter und Harfe wacht auf‘ ungefähr gemeint sein könnte.“

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