WESTERSTEDE - Über eine gelungene Premiere konnten sich die Veranstalter der „1. langen Nacht der Literaten“ im Westersteder „Güterschuppen“ freuen. Vor einem interessierten Publikum lasen sechs Schriftsteller und Nachwuchsautoren aus ihren Werken zum Themenkomplex „Reisen“ vor. Die vierstündige Veranstaltung war vom Bahnhofsverein in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro Oldenburg organisiert worden.
„Wir wollten eine Lesung im anderen Format anbieten“, meinte Bernhard Brackenhoff, 1. Vorsitzender des Bahnhofsvereins. Der Themenschwerpunkt „Reisen“ passe sehr gut zum Veranstaltungsort und biete viele interessante und abwechslungsreiche Erzähl-Facetten. Es waren die verschiedenen Herangehensweisen der Autoren an das Thema, die den Abend für die gut 40 Zuhörer so abwechslungsreich machten.
Diese Ansicht teilte auch Monika Eden vom Literaturbüro. Sie habe sich sehr über die Anfrage aus Westerstede gefreut, da das Literaturbüro die Aufgabe habe, Literatur flächendeckend zu bewerben. Das Konzept habe ihr sofort gefallen, auch wenn sie sich des Risikos bewusst sei: „Gleich zum Auftakt einer Literaturveranstaltung eine vierstündige Lesung anzubieten, ist ein Wagnis. Ich freue mich sehr, dass so viele Besucher den Weg zu uns gefunden haben“, meinte sie. Auch Brackenhoff war das Interesse erfreut. „Wir würden das Projekt gerne wiederholen. Ich kann mir da einen Zwei-Jahres-Rhythmus durchaus vorstellen.“
Die Veranstaltung wurde von den Hildesheimer Studenten Stefan Mesch, Alexandra Müller und Kai Splittgerber mit ihrem Werk „Giftige Rhododendren“ eröffnet. Der Krimi aus Westerstede wurde von den angehenden Schriftstellern in einem speziellen Projekt nur für den Literaturabend geschrieben und hatte schon fast etwas von einer Theaterinszenierung.
Danach folgte der Auftritt Lutz Seilers. Der Berliner Literat präsentierte sein mit dem „Ingeborg Bachmann Preis“ ausgezeichnetes Buch „Turksib“; die Reisegeschichte eines DDR-Bürgers durch die verseuchte sowjetische Steppe. Nach einer Pause folgte die Lesung von Annett Gröscher aus ihrem Buch „Hier beginnt die Zukunft, hier steigen wir aus. Unterwegs in der Berliner Verkehrsgesellschaft“. Die abschließende Lesung hielt der gebürtige Westersteder und Wahl-Berliner Kolja Mensing mit seinem Werk „Minibar“.
