WESTERSTEDE - Musikfetzen dringen nach draußen, drinnen wird kräftig geprobt. Mit Luftmatratzen und Schlafsäcken sind schon vor einigen Tagen die Musiker des Jungen Philharmonischen Orchesters Niedersachsen (JPON) ins Westersteder Gymnasium eingezogen. Sie bereiten in diesem Jahr das – was die Zahl der Musiker angeht – wohl größte Konzert ihrer 22-jährigen Geschichte vor. Rund 130 Frauen und Männer wollen das anspruchsvolle Orchesterprogramm gestalten. Die gigantischen Ausmaße und die Klangfülle sind auch der Grund, weshalb das Hauptkonzert in diesem Jahr in die Oldenburger Weser-Ems-Halle verlegt wurde.

„Der Saal im Gymnasium ist einfach nicht groß genug, da wäre bei unserem Programm die Grenze der Zumutbarkeit für die Zuhörer überschritten. Wenn man sich von der Lautstärke her zurücknähme, würde man dem Werk nicht gerecht“, erläutert Dirigent Andreas Schüller den Hintergrund. Die Westersteder kommen dennoch in den Genuss von dem Probenergebnis und das sogar zwei Mal. Am Montag, 19.30 Uhr, gibt es ein kleines, aber feines Kammermusik-Konzert in der St.-Petri-Kirche. Am Dienstag, 19 Uhr, wird dann ein Teil des großen Programms bei einem Gesprächskonzert im Gymnasium vorgestellt.

Ungewöhnliche und vor allem anspruchsvolle Konzerte sind die Spezialität des JPON. „Wir haben einfach Zeit, uns hier im Urlaub intensiv mit jedem Detail eines Werks auseinanderzusetzen, so dass auch nicht so erfahrene Musiker sehr gute Ergebnisse erzielen. Und durch unsere Kontakte können wir auch schwierige Stücke hervorragend besetzen. So erreichen wir insgesamt ein extrem hohes Niveau“, betont der Dirigent und freut sich einmal mehr auf eine musikalische Herausforderung.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede