WESTERSTEDE - Vor einigen Jahren hatte sich die Westerstederin Gaby Kuipers gemeinsam mit weiteren Aktiven entschlossen, nach dem Vorbild einer indischen Organisation den Verein „Naipunnya International Deutschland“ zu gründen. Dabei hatte sie die Ausbildungsförderung von Kindern armer Familien im südindischen Kerala im Blick. Der Kontakt in diese Region war ursprünglich durch Pfarrer Jose Thottakara zustande gekommen, der mehrfach in der katholischen Kirchengemeinde Westerstede/Apen Vertretungen übernommen hatte.
Viele Kinder haben dank der Hilfe aus Westerstede nun „Pateneltern“ bekommen, die mit einem Einsatz von monatlich zwölf Euro das Schulgeld bezahlen. Jetzt wurde das 100. Patenkind feierlich in den Kreis der so genannten Talent -Clubs aufgenommen, wo sie gezielt gefördert werden. Es handelt sich um die zehnjährige Jismi, die jetzt die sechste Klasse einer staatlichen Schule besucht. „Der Vater ist herzkrank und hat deshalb keine Arbeit. Die Mutter ist Tagelöhnerin. Dann gibt es noch den 13jährigen Bruder. Die Familie ist sehr arm und könnte die Schulausbildung der Tochter nicht bezahlen“, beschreibt Kuipers die Situation vor Ort. Die Patenschaft ging diesmal an eine Familie aus Bad Zwischenahn. Doch nicht nur im Ammerland, auch außerhalb – von Hamburg bis Bayern – ist der 2003 gegründete Verein mittlerweile bekannt. „Ich halte Vorträge auf Einladung von Gruppen oder Kirchengemeinden und informiere bei Weihnachtsmärkten und anderen Veranstaltungen über unsere Arbeit. Auch das Radio hat schon einmal berichtet“, erzählt die Vorsitzende.
Acht Mal war sie mittlerweile selbst in Kerala, um die Kinder zu sehen, neue „Talent-Clubs“ in den umliegenden Dörfern zu eröffnen und mit den indischen Helfern vor Ort zu sprechen. Auch dieses Jahr war sie wieder zu Besuch in Kerala, wo sie nebenher immer auch Deutschkurse für Erwachsene gibt. „Bei dem Jahrestreffen habe ich alle Kinder gesehen. Strahlende Gesichter empfingen mich. Das war sehr emotional. Es herrscht eine ganz große Dankbarkeit“, erinnert sie sich. Und mit Blick auf die große Zahl der 100 Patenkinder: „Ich hätte nie gedacht, dass wir so viel erreichen könnten. Sieben der geförderten Kinder sind mittlerweile im Studium.“
