WESTERSTEDE - WESTERSTEDE - Der Seniorenbeirat des Landkreises Ammerland hatte um gebrauchte Brillen für notleidende Menschen in Südosteuropa gebeten und das Echo war überwältigend. Mehr als 1000 Brillen kamen allein in Westerstede zusammen, acht große Pappkartons voll und dazu noch eine Einkaufstüte mit lauter Sehhilfen, Brillenetuis und – für die Senioren überraschend – auch zwei Hörgeräten.

„Mit solch’ einem Aufkommen hatten wir beileibe nicht gerechnet“, bekannte Werner Weber, der Vorsitzende des Seniorenbeirats Westerstede, der die vielen Brillen zusammen mit seinen beiden Stellvertretern Margret Spellig und Karl Feldmann bei den Westersteder Optikern Thieme, Fielmann, Wergin und Bruns abgeholt hatte. Die Optiker hatten sich sofort bereit erklärt, die Brillen für den Seniorenbeirat zu sammeln.

Was Weber, Spellig und Feldmann in den Pappkartons fanden, reicht von der einfachen Brille mit Kassengestell bis hin zur Luxusbrille mit edelstein-besetztem Rahmen. Alle Formen, Farben und Gläserstärken sind darunter. „Brillen, Brillen Brillen“, wie Weber schmunzelt.

Für das weitere Spendenverfahren brauchen die Westerstede Senioren nun wieder die Optiker, diesmal allerdings deren Innung. Die soll tun, was sie auch tut, wenn die Optiker selbst gebrauchte Brillen an Menschen in Not weitergeben: Die Stärke der Brillengläser vermessen und den einzelnen Brillen die entsprechenden Dokumente beilegen. „Nur so ist es möglich“, wissen Weber, Spellig und Feldmann, „die einzelne Brille einem Menschen in den Zielländern zuzuordnen.“

Diese Zielländer sind nach den Vorstellungen der Senioren diesmal nicht die „klassischen“ Entwicklungsländer, sondern Staaten wie Rumänien und Bulgarien in Südost-Europa. „Da gibt es genau so viele Menschen in Not wie in den Entwicklungsländern“, sagt Feldmann.

Und was passiert mit den Hörgeräten? Die – sagen die Senioren – hätten sie auf eine Idee gebracht: Beim nächsten Mal vielleicht Hörgeräte für notleidende Menschen in armen Ländern zu sammeln.