WESTERSTEDE - Vergangenes Jahr spielte sie eine Hauptrolle im „Feuerwerk“. Dafür hat die 17-Jährige auf viel Freizeit verzichtet.
von matthias eichler
WESTERSTEDE - Wie es angefangen hat mit der Liebe zum Theaterspielen, daran kann sie sich gar nicht mehr erinnern. „Meine Mutter hat mir erzählt, ich hätte schon als ganz kleines Kind vor dem Spiegel geübt“, sagt Merle Becker. Eines ist sicher: „Ich bin nie wieder davon losgekommen“, berichtet die 17-jährige Gymnasiastin.Richtig ins Rollen gekommen ist ihre Karriere erst dank eines Aufrufs der Freilichttheatergemeinschaft Westerstede in der NWZ . „Meine erste kleine Rolle“, erinnert sie sich. Merle Becker war damals sieben Jahre alt – und wollte schon mehr. „Es war nur ein Schaf, das nicht wirklich viel zu sagen hatte“, sagt sie lachend. Stück für Stück kamen dann größere Sprechrollen in „Ronja Räubertochter“, „Pippi Langstrumpf“ und „Die kleine Hexe“. Und ein Weihnachtsstück im gleichen Jahr. „In der ,Schneekönigin’ habe ich meine erste große Hauptrolle gespielt“, blickt die Schülerin zurück.
Richtig stolz ist sie aber auf die Jugendhauptrolle in dem Erwachsenenstück „Feuerwerk“, mit dem die Freilichttheatergemeinschaft im vergangenen Jahr das Westersteder Publikum begeisterte. „Es war Wahnsinn. Schöne Musik, schöner Text und endlich ein richtig tolles Kostüm“, erzählt sie schwärmend.
Ob sie vor Lampenfieber lieber gar nicht aufgetreten wäre? „Bei der Premiere war es nicht mehr so schlimm“, erinnert sich die 17-Jährige. Bei der Generalprobe hätten die Knie viel mehr geschlottert. „Wenn man auf der Bühne steht, ist sowieso alles vergessen. Der Applaus entschädigt dann für die ganze Mühe und Arbeit, die man in die Proben steckt.“
Zeit, die Merle Becker in den nächsten zwei Jahren wohl nicht mehr für ihre große Liebe aufbringen kann – das Abitur steht vor der Tür. „Das geht dann erstmal vor“, sagt sie seufzend. Wohl wissend, dass der Verzicht schwer fallen wird. Das Angebot einer neuen Rolle hat sie darum noch nicht ganz abgeschrieben. „Ich habe noch nicht ,nein’ gesagt“, erklärt sie. Aber eben auch nicht „ja“. „Vielleicht spiele ich einfach etwas Kleines“, gesteht sie. Denn: „Das Spielen muss immer sein“, sagt die Laienschauspielerin, „selbst wenn man viel dafür gibt.“ Freundschaften und Freizeit blieben darum oft auf der Strecke.
Bei der Frage nach Traumpartner und -rolle muss die 17-Jährige nicht lange überlegen: „Mit Paul Walker würde ich gerne einmal auf der Bühne stehen“, sagt sie. Am liebsten in einem Shakespeare-Stück. „Aber eigentlich ist das nicht wichtig. Ich möchte einfach nur spielen.“ Selbst wenn es ein Mädchen vor dem Spiegel ist . . .
