WESTGROßEFEHN - Ein kleines Metallgerät löste am Sonnabend auf dem Gelände des Festivals viele Sprechchöre und etliche Jubelschreie aus. Beim Auftritt der Spitzenband „Fettes Brot“ hantierte ein Besucher mit einem grünen Laserpointer herum und blendete damit Bandmitglied Boris Lauterbach, alias König Boris. Der 36-Jährige löste das Problem mit dem Störenfried auf einfache Weise.

Er improvisierte ein Lied und forderte zum Mitsingen auf. „Buh, Laserdinger“, tauften die drei Hamburger Künstler ihre Rap-Eingebung „Ihr werdet hier Zeuge eines unglaublichen Welthits“, sagte Bandmitglied Martin Vandreier. „Fettes Brot“ wusste die Menge zu begeistern. Tausende feierten mit der Band, hörten viele ihrer Lieder mit Kultstatus – „Bettina, zieh dir bitte etwas an“, „Jein“ oder „Schwule Mädchen“.

Der Veranstalter „Lake Entertainment“, der vor Beginn von 8000 Besuchern ausgegangen war, musste am Ende die Angaben korrigieren. „Es war ein höchst erfolgreiches Jahr“, sagte Mario Rolfs am Sonntag. „Insgesamt hatten wir etwa 9000 Besucher. Davon rund 7000 Camper und 2000 Tagesgäste.“

Dabei war im Vorfeld gar nicht klar, ob „Omas Teich“ überhaupt stattfinden würde. Anwohner hatten gegen das Festival geklagt. Zwei Tage vor dem Start wies man die Klage jedoch im Eilverfahren ab.

Im Einverständnis mit dem Veranstalter wurde aber während der zwei Festival-Tage ein Lärmgutachten erstellt. „Die Werte wurden eingehalten und teilweise sogar mit Luft nach oben unterschritten“, hieß es. Somit stehe wohl auch „Omas Teich 2011“ auf dem ehemaligen Gärtnereigelände der Firma Kortmann nichts im Weg.

Es gab in diesem Jahr keine nennenswerten Vorkommnisse. Andre Schomerus von der DRK-Bereitschaft: „Wir haben festgestellt, dass relativ wenig Alkohol getrunken wurde.“

Den Abschluss gab dann das erwähnte Kult-Trio „Fettes Brot“ mit dem Lied „Nor­disch by nature“. Es hätte passender nicht sein können, denn für „Fettes Brot“ ist „Omas Teich“ das einzige norddeutsche Festival 2010. Während die Festival-Besucher weiterfeierten, war nur zu ahnen, was die Musiker mit dem Rest des Abends anstellten. Vielleicht schrieben sie an Freunde. Denn vom Veranstalter wünschten sie sich zehn frankierte örtliche Postkarten aufs Hotelzimmer.

Ostfriesland hat eben was.