Hude - „Est-ce mars?“, zu deutsch: „Ist das Krieg?“ – Keine Frage, der Titel des Konzertabends mit dem Trio „Los Otros“, das am 22. Juni am zweiten Klostersommer-Abend vor der historischen Ruine auftritt, klingt ziemlich düster. Dahinter verbirgt sich Musik aus dem Europa des 17. Jahrhunderts aus dem Umfeld des Malers Peter Paul Rubens. Der Niederländer war nicht nur Künstler, sondern auch Diplomat. Seinen Zugang zu den europäischen Höfen hat er genutzt, um für den Frieden zu wirken. „Kultur ist in der Lage, Frieden zu stiften“, sagt Carola Thurow, 1. Vorsitzende des veranstaltenden Huder Kulturvereins „Impuls“. Das spiegele sich auch in der Musik von „Los Otros“ wider, die sehr gut zur Kulisse der Klosterruine passe.

Kopf des Trios ist die 47-jährige Gambistin Hille Perl. Die gebürtige Bremerin, die heute in der Nähe von Wildeshausen lebt, ist zweifache Gewinnerin des Klassik-Echos. Zusammen mit Lee Santana (Laute, Theorbe, Cister, Gitarre) und Steve Player (Tanz, Gitarre, Laute) bildet sie „Los Otros“. In Hude werden die drei Musiker durch Nele Gramß (Gesang) und Johannes Gontarksi (Laute, Theorbe, Gitarre) unterstützt. Hille Perl gehört zu den international erfolgreichsten deutschen Gambistinnen. Insbesondere werden ihr virtuoses Spiel voller Leidenschaftlichkeit, Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit zugleich sowie ihr Talent zur Improvisation gelobt.

Letzteres ist auch in der Klostergemeinde gefragt: Schließlich soll das Konzert bei schlechtem Wetter in die St. Elisabeth-Kirche verlegt werden. „Ein Spielort-Wechsel tut dem Konzerterlebnis keinen Abbruch“, ist Carola Thurow überzeugt.

Auch die Bremer Shakespeare Company, die am Auftaktabend des Klostersommers am 21. Juni ihre preisgekrönte Neuinszenierung von „Ein Sommernachtstraum“ zeigen wird, würde bei Regen spontan in die Kirche umziehen und ohne Bühne spielen. Für diesen Fall werden im Vorverkauf über die Nordwest-Ticket-Verkaufsstellen (u. a. das Reisebüro Wessel in Hude) für beide Abende nur jeweils 200 Karten verkauft. Bei trockener Witterung werden die restlichen „Schönwetter“-Karten an der Abendkasse verkauft. Dann stehen jeweils 500 Plätze zur Verfügung. Dass diese benötigt werden, darauf hofften die „Impuls“-Vorstandsmitglieder Carola Thurow und Gertrud Köbsch am Dienstag bei der Vorstellung des Programms: „Am 21. Juni ist schließlich Sommeranfang.“

Seit vier Jahren leidet Volksbank-Vorstand Jürgen Kikker als Sponsor mit, wenn schlechtes Wetter den Klostersommer verhagelt, und freut sich über gute Besucherresonanz bei Sonnenschein. Auch dieses Mal unterstützt die Volksbank Ganderkesee-Hude das Spektakel, in 2013 erstmals flankiert von der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Weser-Ems, die die Veranstaltung wegen ihrer „überregionalen Bedeutung“ bezuschusst. Carola Thurow und Gertrud Köbsch vernahmen diese Einstufung natürlich gerne.