München - Die Familie des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt (1932–2014) hat bekräftigt, Raubkunst zurückgeben und große Teile der Sammlung öffentlich zeigen zu wollen – sofern sie den Rechtsstreit um das Erbe gewinnt. Unterstützt von weiteren Angehörigen kämpft Gurlitts Cousine Uta Werner um Hunderte Kunstwerke, die Gurlitt kurz vor seinem Tod 2014 dem Kunstmuseum Bern zugesprochen hat.

„Es geht um die Vergangenheitsbewältigung einer deutschen Familie“, erläuterte Werners Tochter Charlotte der „Süddeutschen Zeitung“, warum die Familie sich um das Erbe Gurlitts bemüht, dessen Testament sie für ungültig hält.

Etwaige Raubkunst in der Sammlung, die vom NS-Kunsthändler Hildebrand Gurlitt aufgebaut worden war, werde gemäß den eigentlich nur für Museen verbindlichen Washingtoner Prinzipien den Eigentümern beziehungsweise deren Nachfahren zurückgegeben, sagte Charlotte (54), die ihren vollen Namen nicht öffentlich machen möchte.

2013 war bekannt geworden, dass bereits 2012 rund 1280 Kunstwerke in Gurlitts Münchner Wohnung beschlagnahmt worden waren. Zwei Jahre später tauchten weitere 238 Gemälde in Gurlitts Haus in Salzburg auf.