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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Werkstattkonzert: Wie man Musik und Legosteine kunstvoll verbindet

11.10.2016

Oldenburg Ein Begriff wie „Jemanden für dumm verkaufen“ gehört zum soliden deutschen Sprachschatz. Doch warum gibt es nicht als Gegenstück einen Ausdruck wie „Jemanden für klug nehmen?“

Genau darauf zielt eine neue Konzertreihe für neugierige Erwachsene im Staatstheater ab: „Werkstattkonzerte“. Schon bei ihrer Premiere im gut besuchten Kleinen Haus bereichert sie das Wissen von Neulingen und vergrößert den Wissensschatz von Kennern.

Thomas Honickel, Moderator und Dirigent des Staatsorchesters, hat sich für eine fröhliche Ernsthaftigkeit der Vermittlung entschieden. Da erlangen sogar Legosteine bei Erwachsenen ungeahnte Bedeutung. Sie bilden musikalische Strukturen plastisch ab – und sie machen scheinbar Unvorstellbares vorstellbar.

Da wäre der Finalsatz der „Jupitersinfonie“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit seinen vier geheimnisvollen ganzen Noten und vier weiteren Themen und Motiven verbindet er kunstvoll das Musikantische mit dem Gelehrten. Fünf Farben der Legosteine bezeichnen die unfassbar als Sonate und Fuge verwebten Themen. Am Ende steht dafür ein Klotz, der an den Zauberwürfel denken lässt.

Mancher hat sich zu Hause dieses Molto allegro wohl auf CD komplett angehört. Live hat sich die Werkstatt auf das Vorzeigen der Bauteile beschränkt.

Auch Johann Sebastian Bachs hat sich Honickel angenommen. Für den intensivsten aller Fugentüftler macht er ein Rechenexempel auf. Nimmt man die Buchstaben B-A-C-H in ihrer Reihenfolge im Alphabet als Zahlen, dann ergibt ihre Summe 14: „Und 14 Noten hat Bach hinter das Ende seiner Kunst der Fuge gesetzt – als seine persönliche Unterschrift!“

Klug gewählt sind auch Beispiele von Antonio Vivaldi, Ottorino Respighi und Maurice Ravel, die hinter der Form die Farbe näher bringen. Bei Ravels eigener Orchestrierung des für Klavier vierhändig komponierten „Le jardin féerique“ wird die Raffinesse Schritt für Schritt spürbar.

Mit dem letzten Satz der „Abschiedssinfonie“ von Joseph Haydn legt das Orchester eine bejubelte Zugabe drauf. Dass die Musiker nach und nach die Bühne verlassen, ist eine köstliche Verballhornung des Werkstattkonzerts: Das ist ja nun überhaupt nicht zum Weglaufen! Am 17. Dezember steht das nächste an.

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