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Stadtgeschichte Wie Oldenburg zu seinem Stadtbild fand

Oldenburg - Etwa 70 Zuhörer hatten sich am Donnerstagabend im Schlosssaal eingefunden, um den Vortrag von Professor Dr. Albrecht Eckhardt zu hören. Der Oldenburger Landesverein hatte den Historiker zum Schlossabend eingeladen.

Es hätte wohl kaum einen geeigneteren Ort geben können als den prunkvollen Schlosssaal im Schloss für einen Vortrag über die Geschichte Oldenburgs als Residenzstadt. So sah das auch der Referent selbst und freute sich, kurz vor seinem 80. Geburtstag, hier sprechen zu dürfen. Der 90-minütige Vortrag widmete sich dem Thema „Residenz und Stadt – Herrschaft und Bürger in Oldenburg vom Mittelalter bis zu Peter Friedrich Ludwig“. Eckhardt, der das Oldenburger Land bereits vor fast 40 Jahren zu seiner Wahlheimat erklärt und mehr als 20 Jahre an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gelehrt hat, gab einen umfassenden Überblick über die bewegte Geschichte Oldenburgs als Residenzstadt. Zahlreiche Abbildungen, die per Beamer an eine Leinwand geworfen wurden, verdeutlichten die Stadtentwicklung Oldenburgs visuell.

Siedlung im 7. Jahrhundert

Bereits für das 7. Jahrhundert konnte eine Ansiedlung an der Stelle des heutigen Marktplatzes nachgewiesen werden, so Eckhardt. Im Jahre 1108 wird die Siedlung erstmals urkundlich erwähnt. 1345 wird Oldenburg schließlich offiziell das Stadtrecht zugesprochen, wobei die Rechtsprechung noch nach Bremer Vorbild zu erfolgen hatte.

Bedeutsame Veränderungen für die Stadt traten vor allem während der Regierungszeit von Graf Anton Günther (1603 – 1667) ein. Er machte Oldenburg zu seinem ständigen Wohnsitz und ließ die alte Wasserburg zum zeitgenössischen Residenzschloss umbauen. Der Kramermarkt, das hebt Eckhardt noch einmal als bemerkenswert hervor, geht auf ein Privileg zurück, welches 1608 unter Graf Anton Günther erteilt wurde.

Nach dem Tod Anton Günthers 1667 fiel Oldenburg mit seinen damals etwa 4000 Einwohnern unter dänische Herrschaft. Erst wieder ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte die Stadt ihren Status als Residenzstadt zurück, nämlich als Großherzog Peter Friedrich Ludwig seinen ständigen Wohnsitz nach Oldenburg verlagerte. Unter ihm, so Eckhardt, entwickelte sich das Stadtbild so, wie es noch heute an vielen Stellen aussieht.

Oldenburg blühte unter der Herrschaft von Peter Friedrich Ludwig, auf den auch die Gründung der Landessparkasse zu Oldenburg zurückgeht, spürbar auf. Um dies zu untermauern, zitiert der Referent aus einem Bericht von 1839, in dem die Stadt für ihre Eleganz und Schönheit gelobt wird.

Mit der Novemberrevolution von 1918 endet die Zeit Oldenburgs als Residenzstadt – ein guter Punkt für Professor Eckhardt, um seinen Vortrag zum Abschluss zu bringen.

Austausch nach Vortrag

Mit Ende des Vortrages ging der Abend nicht zu Ende. Ein Großteil der Gäste fand sich im Vorraum des Schlosssaales ein, um bei Sekt und Knabbereien den Abend Revue passieren zu lassen.

Zum Schlossabend geladen hatte der Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur und Heimatkunde unter seinem Vorsitzenden Reinhard Rittner. Etwa sechs Mal im Jahr finden vom Verein organisierte Vorträge im großen Saal des Schlosses statt. Eintrittskarten sind am jeweiligen Abend vor Ort erhältlich.

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