Oldenburg - Die Oldenburger Musikwissenschaftlerin Dr. Anna Langenbruch ist in das renommierte Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Die fünfjährige Förderung in Höhe von 1,1 Millionen Euro ermöglicht es der 36-Jährigen, am Institut für Musik der Universität Oldenburg eine Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema „Musikgeschichte auf der Bühne“ aufzubauen.

Und dies ist eine besondere Auszeichnung. Prof. Dr. Melanie Unseld, in deren Arbeitsgruppe Langenbruch lehrt und forscht: „Deutschlandweit gab und gibt es nicht einmal eine Handvoll Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler, die eine Emmy-Noether-Förderung erhalten haben. Umso bedeutender, dass sich in Oldenburg nun eine Gruppe junger Forscherinnen und Forscher etablieren kann.“ Anna Langenbruch ist erst die fünfte Musikwissenschaftlerin des immerhin schon seit 1997 bestehenden Programms – und die erste der Uni Oldenburg.

„Als Kind und Jugendliche habe ich sehr viel Klavier, aber auch Oboe gespielt und auch gesungen“, beschreibt die in Münster geborene Nachwuchswissenschaftlerin ihren Weg zur Musik. Eine zeitlang spielte sie auch in einem Klavier-Trio. Schließlich entschied Anna Langenbruch sich für ein Musik- und Mathematikstudium in Köln, das sie 2005 abschloss. Es folgte die Promotion in Hannover und Paris mit einer Arbeit zu Handlungsmöglichkeiten von Musikern im Pariser Exil zwischen 1933 und 1939.

Die 36-Jährige wird mit ihrer Nachwuchsforschungsgruppe ab April untersuchen, wie im Musiktheater – zum Beispiel in Opern, Operetten und Musicals – die musikalische Vergangenheit konstruiert wird. „Musikgeschichte wird nicht nur geschrieben und gelesen, sondern auch auf die Bühne gebracht“, erklärt die Wissenschaftlerin. Mozart, Farinelli, Clara Schumann, Edith Piaf oder die Beatles – es gebe Hunderte Stücke, die sich mit historischen Musikerinnen und Musikern beschäftigen. Oft treten sie darin selbst als Bühnenfiguren auf. „Musikgeschichte wird dabei auf eine ganz spezielle Weise dargestellt und erlebt: Sie wird gesungen, gesprochen, gespielt oder komponiert, wir sehen, hören oder fühlen sie“, erklärt Langenbruch.

Um diese Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Kunst und Alltag zu erforschen, wird Langenbruch zwei Doktoranden einstellen. Und sie hofft bei ihrem Forschungsvorhaben auch auf eine Zusammenarbeit mit einem Theater.