Wiefelstede - Es waren einige hundert Kinder, Frauen und Männer, die am Sonntag die Kirchstraße in Wiefelstede säumten. Sie bildeten ein Spalier, als das neue Königshaus des Schützenvereins (SV) Wiefelstede um König Dieter Jürgens eintraf, um die vielen Gäste zu begrüßen.

Schon bevor sich der große Festumzug durch die Ortschaft in Bewegung setzte, trafen hier viele Neugierige ein. „Diese große Besucherzahl zeigt uns als Schützenverein, wie ganz Wiefelstede hinter uns als Verein und unserem Schützenfest steht“, unterstrich Präsident Andre Koch bereits am Samstag in seiner Rede zur offiziellen Eröffnung des 126. Schützenfestes in Wiefelstede.

In der an Höhepunkten reichen viertägigen Veranstaltung dürfte der große Festumzug noch etwas Besonderes darstellen. Neben dem Spielmannszug „brass & more“ Wiefelstede und dem Musikzug Hahn-Nethen beteiligte sich zum ersten Mal auch die Musikkapelle „Blanke Bössels“ aus Oldenzaal in der Nähe von Enschede/NL an dem Marsch durch den Ort. „Wir sind den Schützen aus Wiefelstede bei einer anderen Veranstaltung vor einiger Zeit aufgefallen. Sie haben uns gefragt, ob wir ins Ammerland kommen würden und wir haben zugesagt“, erzählte Yannick Kropmans.

Bereits am Samstag waren sie bei der offiziellen Eröffnung, als Bürgermeister Jörg Pieper den Schützen symbolisch den Stadtschlüssel überreichen musste (was er allerdings auch gern tat). Mit ihrer flotten Musik sorgten die Niederländer für eine ausgelassene Atmosphäre. Am Sonntag gaben sie kurz vor Beginn des Umzugs, als alle auf das Königshaus warteten, spontan eine kleine Kostprobe ihres Könnens.

Dass der SV Wiefelstede auch bei den anderen Schützenvereinen ein hohes Ansehen genießt, machten die zum Teil sehr großen Abordnungen der weiteren Schützenvereine deutlich, die sich ebenfalls dem Umzug angeschlossen hatten. Dazu gehörten die Schützen aus Neusüdende, Leuchtenburg, Metjendorf, Nethen, Hahn und Gristede, die zum Teil mit 30 Mitgliedern und mehr in Wiefelstede vertreten waren.

Schon am frühen Sonntagnachmittag wurde ein erstes positives Fazit gezogen. Die Feiern am Freitag- und am Samstagabend waren insgesamt friedlich verlaufen, manche Schützen kamen erst am frühen Morgen ins Bett. Um ihr Schlafdefizit, das sich spätestens am Dienstagmorgen einstellen dürfte, ausgleichen zu können, haben Mitglieder wie Hendrik Jürgens für diese Zeit Urlaub genommen.

Er war am Sonntag gefordert, den zweiten Festumzug anzuführen. Um den großen Umzug zu entzerren, hatten sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, drei Gruppen zu bilden, die zeitlich etwas später starteten. Bürgermeister Jörg Pieper lobte dabei den organisatorischen Ablauf und die gute Stimmung auf dem Festplatz.

Und auch der Schützenfestgottesdienst, am Samstagnachmittag zum ersten Mal (in der evangelischen Kirche) durchgeführt wurde, sprach viele Menschen an und dürfte auch im nächsten Jahr seinen Platz beim Wiefelsteder Schützenfest finden.