WIEFELSTEDE - Nun kommt zusammen, was irgendwie zusammen gehört. Die vor zwei Jahren gegründete Arbeitsgruppe „Heimatkundliches Archiv“ will digital erfassen und nicht nur übers Internet der Öffentlichkeit zugänglich machen, was derzeit noch unterm Dach des Heimatmuseums an der Hauptstraße in Wiefelstede „zwischengelagert“ ist: die heimatkundliche Bibliothek und die heimatkundliche Bildersammlung, die beim Umzug der Touristik vom Haus des Gastes ins Rathaus aus- und eben im Heimatmuseum zwischengelagert wurden, sowie das Archiv des Heimatmuseums. Letzteres bewahrt Dokumente der Gemeindegeschichte vom 16. bis zum 19. Jahrhundert und ist quasi Vorläufer des regulären Gemeindearchivs.
Fester Platz im Museum
Diese neue „Einheit“ wird ihren festen Platz im Heimatmuseum haben, soll ausgewertet und geordnet und eben digitalisiert werden – Arbeit, die die ehrenamtlichen Mitglieder der Gruppe lange beschäftigen wird.
Dass die seit zwei Jahren bestehende Gruppe nun mit dieser Arbeit beginnen kann, wurde ermöglicht durch die Gemeinde, die finanziell die technischen Voraussetzungen im Heimatmuseum geschaffen hat und der Gruppe sogar einen jährlichen Etat für die Anschaffung von Büchern bereitstellt.
Bereits im ersten Quartal 2010 sollen die ersten Fotos als Test ins Internet gestellt und über www.kulturportalweserems.de der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – ein Portal, dass die großen Museen der Region Weser-Ems seit fünf Jahren nutzen, um sich im weltweiten Netz zu präsentieren. „Wir werden Pilotprojekt für die kleinen Museen sein“, sagt der Leiter des Heimatmuseums, Wolfgang Hase, der auch der Arbeitsgruppe angehört (siehe Infokasten).
Natürlich wird das „heimatkundliche Archiv“ irgendwann auch im Heimatmuseum der Öffentlichkeit über Öffnungszeiten zugänglich sein, sagt Hase.
Nun hofft die Gruppe natürlich, dass sich ihre Arbeit herumspricht – auch, weil in der Vergangenheit immer wieder für die regionale Historie wichtige Dokumente, Fotos oder alte Papiere in Privathaushalten vernichtet wurden, weil Menschen ihre Bedeutung nicht erkannt haben. Und auch für Privatbibliotheken, die über heimatkundliche Bestände verfügen, könnte der Kontakt zur Gruppe von Interesse sein, mutmaßt Hase, der alle ermutigt, eventuell vorhandene Bestände von der Gruppe prüfen zu lassen oder sie gar zur Verfügung zu stellen.
Unterm Dach des Heimatmuseum lagern schon jetzt wahre Schätze für die Heimatkundler.
Wahre Schätze
Als Beispiel mag die „Bestallungsurkunde“ von Pastor Zwerg dienen: die „Ernennungsurkunde“, die ihn 1838 zum Pastor von Wiefelstede machte. Bis weit in die 1870er Jahre blieb er der Kirchengemeinde treu. Unberührt von den aktuellen Plänen im Heimatmuseum bleiben die „Sammlung Fritz Gerdes“, die Ingo Hellbusch in Wiefelstede verwaltet sowie das „Bokeler Archiv“, das Egon Strauß zusammengestellt hat und das sich mittlerweile wieder in Bokel befindet.
