WIEFELSTEDE - Eine gut acht Meter hohe Kaiserlinde wurde am Dienstagmorgen (für die Chronik: 13. April 2010) auf dem Wiefelsteder Friedhof gepflanzt – an jener Stelle, an der vor kurzem die vom Pilz befallene, gut 130 Jahre alte Friedhofsbuche abgetragen werden musste (die NWZ berichtete). Auch die Kaiserlinde forderte dem Gärtnermeister Henning von Schele (Grünenkamp), Küster Jan-Dieter Siemen sowie dem Kirchenältesten Heinz Stamer am Dienstag alles ab – denn für alle drei war es eine Premiere, einen so großen Baum fachgerecht in die Erde zu bekommen. Da musste schon ein Radlader her, um die Linde mit ihrem gut zwei Meter breiten und gut 50 Zentimeter hohen Ballen vom Hänger ins Loch zu bekommen. Die Kirchengemeinde hatte den Baum als Ersatz für die Buche eingekauft, die von oben Stück für Stück abgetragen werden musste, weil sie zwischen Gräbern stand und so nicht einfach gefällt werden konnte. Dabei waren auch Seilkletterer im Einsatz gewesen. Bevor die Linde ins Loch wanderte, wurden Löcher in den verdichteten Boden gebohrt, damit Wasser abfließen kann. Heinz Stamer setzte den Baum dann punktgenau mit dem Radlader ins Loch, so dass er nach einigen Rüttelbewegungen lotrecht stand. Nun wird sich der Baum – wenn er denn angeht – erst einmal eingraben, bevor er richtig austreibt, weiß Henning von Schele, der die Linde nach Wiefelstede transportiert hatte. Von dem durchaus diskutierten Plan, wieder eine Buche am Standort zu pflanzen, hatten Fachleute abgeraten, war zu hören. Die Sorge, der im Boden vorhandene Pilz könnte auch sie befallen, war zu groß. Zum 1000-jährigen Bestehen der St. Johannes-Kirche und des Ortes im Jahr 2057 dürfte die Kaiserlinde dann bereits eine stattliche Größe erreicht haben.
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