WIEFELSTEDE/MüNCHEN/JAKARTA/EL PASO - Dass die Polohemden des Event-Teams vom Schützenverein Wiefelstede mit der Aufschrift „Night-Festival“ am anderen Ende der Welt begehrt sein könnten, das hätten sich Fritz Büntemeyer und Gerd Martens auch nicht träumen lassen. Dennoch: Eines wird nun verschickt werden – nach Jakarta in Indonesien, sagt Martens. Denn von dort hatte er eine E-Mail bekommen.

Stephanie Widyastuti (58), offenbar pensionierte Lehrerin, sammelt nämlich „schrille“ T-Shirts und Polohemden, schreibt sie von ihrem Hobby. 118 für Frauen, Männer und Kinder habe sie bereits zusammen, seit sie diese Sammelleidenschaft vor 16 Jahren gepackt hatte, lässt sie wissen. „Uns ist allerdings ein Rätsel, wie diese Frau von unseren Hemden erfahren hat“, sagen Martens und Büntemeyer.

Interessant ist, dass die Indonesierin exakt von einem T-Shirt mit der Aufschrift „Wiefelsteder Night Festival 2008“ schreibt. Auch wenn es das gar nicht gibt, denn mittlerweile sind die Wiefelsteder Hemden zeitlos gehalten und tragen lediglich die Aufschrift „Night-Festival“ und die E-Mail-Adresse für Informationen über das Festival, das an diesem Freitag im Festzelt – wie berichtet – anlässlich des Schützenfestes eröffnet wird.

Überhaupt ist das Festival offenbar selbst am anderen Ende der Republik bekannt: in München. „Wir haben die Anfrage einer Studentin aus der bayerischen Hauptstadt erhalten, die bei unserem Festival Praktikumserfahrungen sammeln wollte“, sagt Martens. Offenbar möchte die Frau Event-Management studieren und wollte am Festival teilnehmen. Da dies aber nur an einem Abend stattfindet, lohnte sich der Aufwand auch für die Wiefelsteder nicht so recht.

Werbung wird im übrigen selbst jenseits des Atlantiks für das Wiefelsteder Schützenfest gemacht. Seit etwa drei Jahren ist Ingo Schmidt aus Wiefelstede, Eichenkamp, bei der Bundeswehr in El Paso im US-Bundesstaat Texas stationiert, wie Fritz Büntemeyer weiß. Tochter Maren Schmidt schickt dem Vater seitdem jedes Jahr einen Autoaufkleber, der auch rund um Wiefelstede selbst in Bussen Werbung für das Schützenfest macht. Jedes Jahr mailt Schmidt nun dem Schützenverein seine besten Wünsche für das Schützenfest – und beweist anhand zahlreicher mitgeschickter Fotos vom Aufkleber auf Autos oder – wie in diesem Jahr – an einem Motorrad, mit dem er eine Rundreise durch den Südwesten der USA gemeinsam mit Frau Monika unternommen hat, dass eben auch dort mächtig Werbung für das Wiefelsteder Schützenfest gemacht wird. Dabei ist Schmidt selbst gar nicht Mitglied des Schützenvereins, wohl aber Ehefrau Monika und Tochter Maren, wie Fritz Büntemeyer genau weiß.

Schmidt schreibt in seinem Gruß weiter: „Solltet Ihr auf dem Schützenfest englische Laute vernehmen, die klingen, als hätte jemand eine Wolldecke im Mund . . . dann kommen die Leute aus Texas. Lasst uns wissen ob, die Werbung hier Erfolg hatte.“

Infos auch unter www.schuetzenverein-wiefelstede.de