WIEFELSTEDE - Der Erlös eines Benefizkonzerts soll der Wiederherstellung der Orgel zugute kommen. Bis zu 300 000 Euro können die Arbeiten kosten.
von anja rohde
WIEFELSTEDE - Sie ist etwas besonderes, und das nicht nur, weil man sich beim Spielen auf sie einstellen muss, so Organistin Barbara Bechmann, sondern weil sie soeben in die Liste der Kulturdenkmäler des Landes Niedersachsen aufgenommen worden ist. Gerade zur rechten Zeit, denn die von Christian Vater 1731 gebaute Orgel der St. Johannes-Kirche in Wiefelstede steht vor der Restaurierung.„Das ist die beste Ausgangsposition und verbessert die Chance auf Stiftungsgelder für die Renovierung“, sagt Bechmann. Die 61-Jährige, die gemeinsam mit Imke Meilahn, Regina Hammerschmidt und Feenja Cordes als Organistin in der ev.-luth. Kirchengemeinde tätig ist, greift seit 1982 in die Tasten der Vater-Orgel und ist damit „dienstälteste“ Organistin der Gemeinde.
Sie verfolgt „mit viel Anteilnahme“ den Prozess der Restaurierung und spricht sich dafür aus, das Instrument „soweit wie möglich dem Meister Vater nachzuempfinden“. Bechmann befürwortet damit die kostspielige Variante. „Wenn wir die Orgel in den alten historischen Stand bringen, wird es sehr teuer“, sagt Pastor Fritz Pinne. Zwischen 100 000 und 300 000 Euro sollen die Arbeiten voraussichtlich kosten, gibt er an. Drei Orgelsachverständige der Landeskirche haben das Instrument bereits begutachtet. Anfang Juni wird der Gemeindekirchenrat über das weitere Vorgehen beschließen.
Stimmschäden und ausgefranste Pfeifen sind nur einige der Dinge, die repariert werden müssten. „Wir halten die Orgel sozusagen hin auf diesem Zustand, um sie nicht weiter zu beschädigen“, sagt Bechmann. Jedes weitere Stimmen ließe die Orgel Schaden nehmen, erläutert sie. Aber nicht nur die Mechanik, sondern beispielsweise auch der Farbanstrich sollen rekonstruiert werden.
Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn seit ihrer Aufstellung ist das Instrument im Stil des Barock bereits 1862, 1935 und 1980 bis 1982 in größerem Umfang verändert worden. Dennoch, so das Gutachten des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, sei ein „beachtlich hohes Maß an bauzeitlicher Originalsubstanz vorhanden“.
Etwas besonderes haben sich Orchester und Big Band des Jade-Gymnasiums in Jaderberg ausgedacht: Sie wollen mit einem Benefiz-Konzert am Sonntag, 11. Juni, um 16 Uhr in der St. Johannes-Kirche die Kasse für die Restaurierung auffüllen. Neben Radetzky-Marsch, West Side Story und Karneval der Tiere werden auch Stücke auf der Orgel zu hören sein. Der Eintritt ist frei, aber um Spenden für die Orgel wird gebeten.
