WIEFELSTEDE - Die Mädchen schreiben auch eigene Lieder. Freundin Julia Sander steht der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite.
Von Katrin Bendel
WIEFELSTEDE - Singen bedeutet ihnen eine ganze Menge. Deshalb haben die zwölfjährige Catherine Schellstede und ihre Freundinnen Ann-Kathrin Oltmanns (13), Marina Haferkamp (13) und Larissa Tien (12) aus Wiefelstede eine Band gegründet. „Becauz Angels“ – frei übersetzt: „Weil wir Engel sind“ – nennen sie sich und üben nicht nur jeden Freitag bei Catherine zu Hause, sondern auch in ihren Schulpausen. Vor Publikum scheuen sie sich dabei noch etwas und ziehen sich lieber in den Klassenraum zurück. „Einmal hat sich ein Mitschüler von uns unter einer Schulbank versteckt, damit er heimlich zuhören kann“, erzählen die Mädchen.Immer mit dabei sein darf ihre Freundin Julia Sander (12), die zwar nicht mitsingt, dafür aber stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Zum Beispiel bei der Liedauswahl Gern singt das Quartett Songs von James Blunt, Rihanna („Unfaithful“) oder Kelly Clarkson („Breakaway“) nach – und das ziemlich gut, wie sie beim Treffen mit der NWZ am Beispiel von Blunts „You’re Beautiful“ gleich unter Beweis stellen. Kein falsches Tönchen ist zu hören – statt dessen vier gut harmonierende Stimmen und ganz viel Gefühl.
Bei der Gelegenheit geben die Vier auch gleich ihr erstes selbst geschriebenes Stück zum besten: „Once More“ handelt von der ersten Liebe und vom Traum, ein Star zu sein. Weitere Eigenkreationen haben die Mädchen in Arbeit – alle in englischer Sprache. „Auf Englisch schreiben sich die Texte irgendwie leichter“, sagt Larissa. Manchmal schreiben sie die Texte und Melodien gemeinsam – dabei helfen ihnen Vorkenntnisse aus dem Chorgesang und Klavierspiel – , manchmal setzt aber auch eine allein eine Idee um. Aufgetreten sind „Becauz Angels“ erst ein einziges Mal – „und das auch nur vor den Nachbarskindern“, erklärt Catherine bescheiden. Aber das soll sich bald ändern: „Wir würden gern irgendwann bei Schulfeiern oder beim Schützenfest auftreten.“ Vorher will die Mädchenband – die übrigens nur aus Sängerinnen besteht und für den „Ernstfall“ ein Klavier oder Ähnliches zur Begleitung benötigen würde – aber noch ganz viel üben und vor allem mehr eigene Songs fertig stellen
Bei ihren Familien und Freunden erleben sie bisher nur positive Reaktionen. Und natürlich träumen sie davon, später auch beruflich etwas mit Musik zu tun zu haben. Aber nicht durch die Teilnahme an Castingshows, das stellen die Vier gleich mal klar. Zwar haben sie zuletzt „Popstars“ auf Pro 7 intensiv verfolgt, aber: „Da müsste man ja alleine singen. Wir wollen aber alles zusammen machen.“ Deshalb setzen sie sich realistischere Berufsziele, die von Bänkerin über Kinderkrankenschwester bis Lehrerin reichen.
