WIEFELSTEDE - Es wird bereits fleißig geprobt im Haus des Gastes: Im 30. Jahr ihres Bestehens will die Späälköppel Wiefelstä ihr Publikum mit dem plattdeutschen Zweiakter „Strandpiraten“ von Wolfgang Binder in Rabes Gasthof erfreuen. In zwölf Aufführungen – Premiere ist am 31. Januar kommenden Jahres – geht es mit acht Akteuren um ein durchaus modernes Thema: den Konkurrenzkampf zweier Hotels.
Die Hotel-Pension „Feuerqualle“ unter Leitung von Henning und Anke Diekmann leidet seit einiger Zeit unter dramatisch sinkenden Gästezahlen. Auch das Restaurant wird kaum noch besucht. Und das hat Gründe: Carsten Lührs, Besitzer des ortsansässigen Hotels „Strandpirat“, will die „Feuerqualle“ in den Ruin treiben, um sie zu übernehmen und sich auf diese Art unliebsame Konkurrenz vom Hals schaffen. Dafür hat er Nicolai Bartz eingeschleust, der an der Rezeption Zimmerreservierungen und Tischbestellungen mit fadenscheinigen Begründungen in den „Strandpirat“ umleitet. Mit einem anonymen Anruf beim Gesundheitsamt schließlich will Carsten Lührs der „Feuerqualle“ den Rest geben. Doch mit Hilfe von Hausgästen und einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit gelingt es Henning Diekmann denn doch, den Widersacher vom „Strandpirat“ mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.
Regie: Britta Diers
Unter der Regie von Britta Diers üben sich derzeit im Haus des Gastes Thomas Watermann, Dagmar Dirksen, Katrin Röben, Sven Gerken, Ralf Diers, Christian Plietz, Späälköppel-Leiterin Ute Petershagen, Karl-Heinz Brett und auch Britta Diers selbst in ihre neuen Rollen ein.
Mit „Strandpiraten“ kommt das mittlerweile 30. Stück der Späälköppel auf die Bühne.
Marga Claußens Wunsch
1980 setzte Marga Claußen einen lang gehegten Wunsch in die Tat um. Sie sprach Menschen an, ob diese nicht Lust zum Theaterspielen hätten. Schnell hatte sie ein Köppel zusammen; alle waren begeistert von der Idee, in Rabes Gasthof plattdeutsches Theater zu spielen. Auch ein Stück war schnell gefunden: „Ansmärte Dickköpp“ von Jürgen Borchart wurde eingeübt und mit viel Erfolg im Februar 1981gespielt.
Die Leute im Dorf waren begeistert – so mussten einige Zusatztermine angeboten werden.
Auch wenn es manchmal so aussah, als ob die Anzahl der Schauspieler für eine Theatersaison nicht aufzutreiben sein würde – die Belastung durch die vielen Proben und die anschließenden Aufführungen ist erheblich – so gelang es doch immer wieder, auch neue Leute für die Schauspielerei zu begeistern.
Selbst Menschen, die gar kein Plattdeutsch sprechen konnten, lernten unter Mithilfe anderer Späälköppelmitglieder so lange die Sprache, bis jeder Zuschauer überzeugt war, sie wären doch glatt mit dem Plattdeutschen aufgewachsen.
