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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Abschied von einer Legende des Kabaretts

04.03.2019

Wien Er war Journalist und Autor, Drehbuchschreiber, Regisseur und Kabarettist: Werner Schneyder, der mit Solo-Programmen, durch Fernsehauftritte und Gastmoderationen berühmt wurde. Nun ist der in Wien lebende Tausendsassa im Alter von 82 Jahren gestorben.

Schneyder, der ein angenehmer, zugänglicher, lieber Mensch war, konzentrierte sich zuletzt auf den „anderen Schneyder“, wie er selbst formulierte. Er meinte damit den Lyriker und Essayisten, den Aphoristiker, Übersetzer, Vortragskünstler und auch den Erzähler. Im Zentrum der vergangenen Jahre stand seine eigene Biografie, beschrieben im Erinnerungsbuch „Meine zwölf Leben“ oder in „Gespräch unter zwei Augen“.

Bekanntlich ist Schneyder auch Sportjournalist gewesen. Erstaunlich, welche Wirkung er erzielte, als er ab 1975 eine Zeit lang das „Aktuelle ZDF-Sportstudio“ moderierte. „Ich werde oft darauf angesprochen, offenbar habe ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen, vielleicht auch, weil ich später noch fünf Jahresrückblicke für das ZDF moderiert habe“, sagte er einmal in einem Interview unserer Zeitung. Fußball war für ihn wahnsinnig wichtig, weil es, wie er sagte, „die Einstiegsdroge in den Sport war“. Ab und zu gab der ehemalige Boxer und Ringrichter auch in den letzten Jahren noch gekonnt seine Meinung ab.

Seine Art des Kommentierens war einmalig. Legendär sein erster Satz, den er oft zu Anfang eines Kampfes sagte: „Liebe Box-Freunde, Box-Skeptiker, Box-Gegner!“ Schneyder wollte immer anders als die anderen sein. „Ich fühle mich dem Publikum verpflichtet“, sagte der Österreicher, „ich frage immer nach der Wirkung. Eine Pointe, die man nicht kapiert, nützt überhaupt nichts.“

Geboren wurde der Sohn eines Kaufmanns am 25. Januar 1937 in Graz. Nach dem Studium der Publizistik und Kunstgeschichte in Wien war er zunächst als Journalist tätig, danach als Dramaturg in Salzburg und Linz. Seit 1965 war Schneyder als Autor und Regisseur fürs Radio und Fernsehen aktiv. Am Bremer Theater inszenierte er 2009 Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“. Übrigens sehr erfolgreich. Ab 1974 glänzte er mit seinem Freund Dieter Hildebrandt als politischer Kabarettist der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“.

Seit 1982 trat er mit Solo-Programmen hervor. Eines hieß „Ich bin konservativ“. Das war natürlich ironisch gemeint. Der promovierte Zeitungswissenschaftler rechnete sich zu den Linken.

Schneyder war Vater eines Sohnes und Witwer. Der führerscheinlose Autohasser fischte gern in Kärnten. Dort dachte der Mann mit der kernigen Stimme oft über Texte nach.In seinem Buch „Krebs. eine Nacherzählung“ hat er das Leben und Leiden seiner Frau erzählt. Verzweifelt musste Schneyder ihr beim Sterben zusehen. Dass er nie aus dem Buch öffentlich vorlas, kennzeichnete Schneyder als einen sensiblen und sympathischen Zeitgenossen.

Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.

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Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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