WIEN - WIEN/DPA - Der deutsche Dirigent Heinrich Hollreiser ist am Montag im Alter von 93 Jahren in Scheffau bei Kufstein gestorben, wie die Wiener Staatsoper gestern mitteilte. Der in München geborene Musiker, der in den berühmtesten Opernhäusern der Welt gastierte, stand bis 1994 mehr als tausendmal am Pult der Wiener Staatsoper, zu deren Ehrenmitglied er 1991 ernannt wurde. Zu seinem Repertoire zählten 54 Opern, die er in seinem rund 40-jährigen Wirken in Wien leitete.

Anfang der 40er-Jahre begann mit seinem Engagement an der Münchner Staatsoper Hollreisers Weltkarriere, die ihn von Bayreuth über die Londoner Covent Garden Opera, die New Yorker Metropolitan Opera sowie Buenos Aires, Mexiko und Moskau bis nach Japan führte. Noch in den 90er-Jahren dirigierte er in Berlin den gesamten Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner in einer Inszenierung von Götz Friedrich. Ende 1994 leitete er an der Wiener Staatsoper die Abschiedsvorstellung von Christa Ludwig in „Elektra“ von Richard Strauss. In Bayreuth dirigierte er 1973 und 1974 Aufführungen des „Tannhäuser“ in Götz Friedrichs Inszenierung und 1975 „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Regie: Wolfgang Wagner).