WIESMOOR - Kim Novak badete nie im See Genezareth – aber Eva Matthes immerhin schon mal in der Badewanne von Senta Berger. Es sind Erkenntnisse und intime Einblicke in das Leben und Werden unserer großen TV- und Theatermimen, die das Festival „Nach oben offen“ auf der Freilichtbühne im ostfriesischen Wiesmoor nach der jetzt dritten Auflage zu einem der renommiertesten Kulturfestivals im Nordwesten haben werden lassen. Rund 1000 Besucher genossen am Sonnabend unter freiem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein rund acht Stunden Show, Schauspiel, Rock’n’Roll und zwischendurch den Plausch mit den Stars.
Diesmal auf der Bühne und auf dem roten Teppich: Schauspieler Dietmar Bär, Eva Matthes und Uwe Ochsenknecht mit Band. Organisiert hat das Festival erneut die Buchhändlerin Susanne Köster-Schoon. Der im Fernsehen vor allem in seiner Rolle als Kölner „Tatort“-Kommissar Freddie Schenk bekannte Dietmar Bär hat auch als Sprecher etliche Werke von Autoren wie Mo Hayder, Stieg Larsson oder auch Håkan Nesser als Hörbuch gelesen. Darunter mit „Kim Novak badete nie im See Genezareth“ auch jenen Klassiker, der Håkan Nessers Ruhm in Schweden begründete. Dietmar Bär fesselt mit einem gut eineinhalbstündigen Vortrag über zwei 14-jährige Jungen, die im Schweden der 1960er Jahre in einem kleinen Sommerhaus an einem der unzähligen Seen den Sommer verbringen und von einer jungen Lehrerin schwärmen, die dem Filmstar Kim Novak ähnelt. Bis irgendwann ein Mord geschieht.
Den aber auch Eva Matthes nicht aufklärt. Die aus Bayern stammende Wahl-Hamburgerin und Wahl-Berlinerin ist nicht in ihrer Rolle als Konstanzer „Tatort“-Kommissarin Klara Blum nach Wiesmoor gekommen. Sie erzählt auf sympathische Art von ihren Anfängen als junge Schauspielerin, wie es dazu kam, dass sie das Titellied zu „Pipi Langstrumpf“ einsang. Bildhaft berichtet sie von der Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Verhoeven und wie sie 1970 nach einem Dreh in der Badewanne von Verhoevens Frau Senta Berger landete, plaudert von der Zusammenarbeit mit Peter Zadek und Franz Xaver Kroetz, von ihren „Tatort“-Dreharbeiten und ihrer Angst vor aufgeblasenen Lufballons und allem, was laut knallen könnte.
Laut wird es vor allem bei Uwe Ochsenknecht. Der mit einer erstklassigen Band angereiste Schauspieler zeigt, dass er auch als Rocker die Rampensau rauslassen kann. Von Balladen wie „I’ll Be Over You“ von Toto sollte er aber besser die Finger lassen. Die singen andere besser.
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