Insektenkundler Dr. Wulf Carius aus Prinzhöfte ist Vorstand der Regionalgruppe Oldenburg Land/Delmenhorst des BUND. In Vielstedt referiert er am Mittwoch, 21. November, zum Thema „Wildbienen in Garten und Landschaft“. Um 18 Uhr beginnt der Vortrag im Naturbauhaus von Biwo, Zum Wendenkamp 8a. Um Anmeldung wird gebeten,
Herr Carius, worin unterscheiden sich Wildbienen von Honigbienen?
CariusDie Honigbiene ist quasi das „Haustier“ unter den Bienen. Dagegen gibt es zahlreiche Arten von Wildbienen, bei uns im Nordwesten sind es alleine 370 Arten. Wildbienen können sehr klein sein, so dass man sie gar nicht als Biene erkennt. Große Arten gibt es auch. Der größte Unterschied zur Honigbiene ist die Lebensweise. Wildbienen leben solitär, das heißt sie bauen ihre Nester und versorgen ihre Brut ohne Mithilfe von Artgenossen.
Welche Gründe gibt es für die starke Gefährdung von Wildbienen?
CariusZwei Faktoren spielen in erster Linie eine Rolle. Zum einen finden die Bienen in der Natur immer weniger Nistmöglichkeiten. Sie nisten gewöhnlich in Röhren, die andere Insekten schon ins Holz gefressen haben, oder sie leben in der Erde. Außerdem finden die Wildbienen immer weniger Nahrung. Sie ernähren sich von Blütenstaub und Nektar. Die kleinen Bienen bevorzugen dabei kleine Blüten – meist von Pflanzen, die im Garten als Unkräuter deklariert und entfernt werden.
Welche Möglichkeiten gibt es, die Wildbienen zu unterstützen?
CariusMan könnte beim Bepflanzen des Gartens alte Blumensorten anpflanzen. Auch könnte man eine Ecke im Garten der Natur überlassen. Auch Nistmöglichkeiten kann man den Wildbienen bieten. Auf all diese Möglichkeiten gehe ich in meinem Vortrag ein. Im Anschluss können die Teilnehmer selbst Nistmöglichkeiten bauen.
