Neustadtgödens - Gesine hat es arg getroffen: Das schöne Brautkleid hängt nutzlos im Schrank, zwei Zähne hat sie beim Kampf mit dem untreuen Zukünftigen eingebüßt und auf den Seelenschmerz spricht man sie besser gar nicht an. Da helfen keine Worte, da wirkt nur noch ein Schnaps.

Wer jetzt auf die Idee kommt, der Häkelbüdelclub aus Neustadtgödens hätte das Genre gewechselt und präsentiere Tragödien, der irrt gewaltig. Die vier Frauen der Theatergruppe fabrizieren auch aus dem größten Eheschlamassel noch eine haarstäubende Komödie, dass sich die Zuschauer vor Lachen kaum einkriegen.

So geschehen im Gemeindehaus Neustadtgödens am Sonnabend: Der Häkelbüdelclub hatte zum gemütlichen Nachmittag bei Kaffee, Tee und Kuchen eingeladen. Der Saal war ausverkauft, in fröhlicher Runde verfolgte das Publikum das Geschehen.

Die Freundinnen Gesine Ringelnatz (Karen Blitz), Meta Grütze (Lydia ter Haseborg), Martha Hampel (Therese Blitz) und Else sowie Emil Kuhreuther und eine Polizeihauptkommissarin (alle gespielt von Hanne Oncken), kommen nicht nur zum gemütlichen Tee und Klönschnack zusammen, diesmal gibt es Wichtigeres: Gesine will heiraten und da soll sie einen ordentlichen Bogen an die Haustür bekommen.

Statt Strick- und Häkelzeug haben die Frauen Bastelutensilien dabei. Die Farbe der Blumen ist schnell geklärt: „Lila, dat is de letzte Versuch, und witt, dat steiht för de Unschuld“, erklären Martha und Meta. Dann muss natürlich geklärt werden, wie das mit dem Geschenk laufen soll und ob zehn Euro pro Person wohl genug sind. Mitten in die Meinungsverschiedenheiten platzt Gesine mit einer Nachricht, die alle sprachlos macht: Keine Hochzeit, der Kerl ist weg, er hat ’ne andere.

Immer wieder hatte Gesine ihm Geld zugesteckt, „he wer jo immer blank“. Aber die 5000 Euro für die Hochzeit habe sie noch retten können – unter Einsatz aller Körperkräfte. Und nun hat Gesine eine Anzeige wegen Diebstahls und Körperverletzung am Hals. Wenn das kein Grund für die Freundinnen ist, sich mächtig für die Arme ins Zeug zu legen. . .

Das plattdeutsche Stück aus der Feder von Therese Blitz schlug richtig ein, im Saal gab es viel Gelächter und am Ende ordentlich Applaus. Ein zweiter Termin ist für Sonnabend, 13. Februar, um 14.30 Uhr vorgesehen – auch der ist ausverkauft.