München - Peter Jackson ist wieder zurück: Mit „Smaugs Einöde“ macht der „Herr der Ringe“-Regisseur den holprigen Start der Fantasy-Trilogie „Der Hobbit“ wett. „Eine unerwartete Reise“ aus dem Jahr 2012 war eher behäbig und von der Handlung her ziemlich dünn. Ein Kinderbuch, aufgeblasen zu einem Dreiteiler mit Überlänge, so schien es. Doch die Fortsetzung überrascht: Der zweite Teil (Kinostart am Donnerstag) ist ein hochspannendes, dramatisches und visuell überwältigendes Kinoerlebnis in 3-D, grandios untermalt von Howard Shores Filmmusik.

Bilbo Beutlin, der Zauberer Gandalf und 13 Zwerge wollen darin das Zwergenreich Erebor befreien. Mit ihrem Anführer Thorin Eichenschild wollen sie in den Einsamen Berg eindringen, einst Sitz der Zwergenherrscher. Nun bewacht darin der riesige und machtgierige Drache Smaug mit seinem glühenden Feuerbauch die unermesslichen Schätze der kleinen Wesen.

Mit dabei sind die altbekannten Darsteller: Martin Freeman als Bilbo, Ian McKellen als Gandalf der Graue und Richard Armitage als Thorin. Benedict Cumberbatch ist im englischen Original nicht nur als geisterbeschwörender Nekromant zu hören, sondern auch als Drache Smaug. Allerdings hat seine Stimme einen seltsam verzerrten Hall, der vor allem in Kombination mit dem computergenerierten Riesenlindwurm mitunter an eine Geisterbahn erinnert.

J.R.R. Tolkien (1892–1973) hatte die Erlebnisse des Hobbits Bilbo in der fantastischen Welt von Mittelerde eigentlich als Kinderbuch geschrieben, als Vorläufer des „Herrn der Ringe“. Für junge Zuschauer taugt der Film aber nicht, trotz lustiger Szenen. Etwa, wenn die Zwerge auf der Flucht vor ihren Verfolgern murrend durch ein Plumpsklo klettern müssen.

Doch vor allem in der zweiten Hälfte des 160 Minuten langen Streifens geht es gewaltig zur Sache: Riesenspinnen krabbeln, abgehackte Köpfe fliegen durch die Luft, Gliedmaßen werden von Körpern getrennt und Pfeile bohren sich in Rücken, Brüste und Gehirne. Gemetzel, denen vor allem die blutrünstigen Orks zum Opfer fallen. Die Zwerge müssen sich gegen die brutalen Monster nach Kräften wehren, doch am Ende überstehen sie die Kämpfe nahezu unversehrt.

Anders als im ersten Teil kommt die 3-D-Technik dieses Mal voll zur Geltung. Grandios ist etwa die rasante Fahrt der Zwerge auf einem reißenden Fluss. In unglaublichem Tempo rast die Kamera durch die weiße Gischt, taucht unter Wasser und steigt kurz darauf in einem Regen glitzernder Wassertropfen wieder nach oben. Nun muss sich der Film nur noch an der Kinokasse beweisen.