WILDESHAUSEN - Starken Rückenwind erhält der Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen (UZW): Der Bürger- und Geschichtsverein, der Verkehrsverein Wildeshausen und das City-Management unterstützen die Pläne, ein Freilichtmuseum mit Informationszentrum zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern der Region, das Pestruper Gräberfeld und die Kleinenkneter Steine, zu errichten. „Das ist ein Pfund, mit dem wir überregional wuchern können“, sagte Bernd Oeljeschläger, Vorsitzender des Bürger- und Geschichtsvereins, am Mittwoch im Rathaus.

Ähnlich äußerten sich auch Verkehrsvereins-Vorsitzender Gerold Ratz und City-Manager Hermann Busch. Ein „Urgeschichtliches Zentrum“ biete großes Potenzial für den sanften Tourismus. Gemeinsam könne man viel für Wildeshausen bewegen, zeigte sich Busch überzeugt. Er warnte davor, noch vor der eigentlichen Präsentation das Konzept zu zerreden.

Erst kürzlich hatte die UZW-Vorsitzende Svea Mahlstedt dem Wildeshauser Stadtrat den aktuellen Planungsstand erläutert (die NWZ berichtete). Ziel des Vereins sei es, den Bekanntheitsgrad der archäologischen Naturdenkmäler zu steigern. Gerade an „authentische Orten“ könnten Museen erfolgreich sein, wie das Beispiel Kalkriese im Osnabrücker Land belege. Der Rat hatte sich hinter die Ziele des Vereins gestellt und die Verwaltung beauftragt, dem Verein bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück behilflich zu sein.

„Der Zeitpunkt war noch nie so günstig“, verwies Oeljeschläger auf die breite Sympathiewelle für das Projekt. In Kürze werde der Archäologe Ullrich Masemann (Hamburg) das Ergebnis eines einjährigen Diskussionsprozesses zum Gräberfeld vorstellen. Auf der Suche nach einer Lösung müssten auch die Obere Denkmalschutzbehörde und Bezirksarchäologin Jana Esther Fries mit ins Boot geholt werden.

Alle drei Vereinsvertreter plädierten für ein Info-Zentrum „in unmittelbarer Nähe“ des Gräberfeldes oder der Kleinenkneter Steine. Die 536 Grabhügel auf dem Gräberfeld blieben selbstverständlich tabu, so Oeljeschläger. Ein anderer Standort – etwa am Bahnhof – werde interessierten Besuchern aber nur schwer zu vermitteln sein. Zur Finanzierung des Museums wollte sich das Trio nicht äußern. Gleiches galt für die mögliche Größe des Info-Zentrums. Eines stellte Oeljeschläger aber klar: „Niemand will eine kleine Hutzelbude mit Texttafeln, die nur sonntags geöffnet ist.“