WILDESHAUSEN - Die Holzstiege geht absolut senkrecht nach oben und ist nur für leidlich bewegliche und schwindelfreie Menschen als Aufstiegsmittel geeignet. Normalerweise benutzt sie der Orgelbauer, um die fast 3000 Pfeifen der Kleukerorgel stimmen zu können. Am Sonntagnachmittag haben einige Gäste die seltene Chance erhalten, selber einmal in das „Innere“ der Orgel der Alexanderkirche Wildeshausen einzusteigen. Möglich machte diesen ungewöhnlichen Einblick die Aktion „Offene Orgelempore“ der Oldenburgischen Landeskirche, die erstmals mit dem bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ kombiniert wurde.
Kantor Ralf Grössler war überrascht, wie groß die Resonanz am Nachmittag ausfiel. „Da waren um die 50 Zuhörer auf der Orgelempore“, staunte er. Grössler stellte das Instrument vor und spielte einige Stücke. Danach gehörte die Orgel den Gästen. Die einen versuchten, ihr von außen per Tastatur ein paar Töne zu entlocken, die anderen schauten sich das Gewirr der Pfeifen von innen an.
Die offene Orgelempore war einer der Höhepunkte am Denkmalstag in Wildeshausen. Verkehrsverein und Kirchengemeinde boten in der Alexanderkirche zudem Führungen durch die Sakristei an. Kurz nach 17 Uhr waren mehr als 260 Gäste gekommen, freute sich Gästeführerin Ursula Klawonn, die mit Besuchern aus Rügen gesprochen hatte. Ein Paar aus Hannover sei „total fasziniert von der schönen Kirche gewesen“, erzählt Gästeführerin Kerstin Bruns. Eine Ausstellung mit Blauschimmel-Kunst, das Cafe im Remter und die kleine Abschlussandacht rundeten den Tag ab. Hinzu kamen zwei Führungen mit Peter Hahn rund um die Herrlichkeit.
Rund 140 Gäste besuchten das Brennereimuseum, damit deutlich weniger als im Vorjahr. Der Museumsverein hatte sich diesmal mit der Werbung zurückgehalten, zudem war das Programm insgesamt in der Stadt kleiner als in den Vorjahren. Neben auswärtigen Gästen seien auch Wildeshauser gekomen, so Vereinsvorsitzende Karin Holtmann-Kolloge. Sie nutzten den Denkmalstag, um endlich mal das heimische Museum zu besichtigen. Neben Führungen gab es die Dampfmaschinenausstellung von Dr. Jens Tönißen, die Flaschen-Schau von Manfred Schurwanz und Bilder von Hartmut Berlinicke zu sehen.
