WILDESHAUSEN - Lars Hilgefort will es ganz genau wissen: „Ist dort Platz für meine Modelleisenbahn? Und meine Inliner will ich auch mitnehmen.“ Geduldig notiert sich Anke Strömer die Wünsche. Am Flachbildschirm zeigt die Wohnberaterin den Grundriss. Auch einen Film über die Wohngruppe gibt es bereits. Nein, es handelt sich nicht um ein Gespräch beim Makler. Im „Türmchen“, direkt neben dem Haus Emsland, hat die Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen ein neues Beratungsangebot für Menschen mit Assistenzbedarf, ihre Angehörigen und gesetzlichen Betreuer eingerichtet.

„Auf kurzem Weg können sich unsere Kunden gezielt informieren“, sagt Strömer, die das Konzept maßgeblich entwickelt hat. Gemeinsam mit den Menschen, die bereits auf dem Gelände der Diakonie wohnen, ermittelt sie zunächst die speziellen Wohnwünsche, um dann nach passenden Angeboten zu suchen. Für externe Interessenten an den Wohnprojekten steht Henning Baden, der neue Kundenmanager der Himmelsthür, zur Verfügung. Er bietet ebenso wie Strömer regelmäßig Sprechzeiten an.

Das „Türmchen“ erhielt eigens für die anschauliche und zielgruppengerechte Darstellung der Wohnangebote moderne Technik. Auf insgesamt fünf Flachbildschirmen zeigt Strömer Filme oder Illustrationen der Gebäude. Besucher können sich ausführlich über das Projekt in der Kleinen Straße 4 in Wildeshausen informieren, wo inzwischen 18 Personen leben. Für die geplanten vier Reihenhäuser an der Harpstedter Straße 25, wo insgesamt 24 Menschen leben sollen, gebe es ebenfalls bereits viele Interessenten.

„Anschaulichkeit ist für unsere Kunden das wichtigste“, erklärt Strömer. Gefragt werde stets nach der Größe der Wohnung oder einem eigenen Bad. Ein Termin im Gebäude selbst runde das Beratungsgespräch ab. Menschen, die bereits in dezentralen Wohnprojekten leben, können von ihren Erfahrungen berichten oder Tipps geben.“ Gerade im ehemaligen „Hotel am Rathaus“ fühlten sich die Bewohner sehr wohl.

Neben den Beratungen soll es im „Türmchen“ auch Veranstaltungen rund um das Thema „Wohnen“ geben. Geplant seien etwa „Wohnwunsch-Seminare“, Vorträge, Informationen für verschiedene Zielgruppen oder die Arbeit am neuen „Sunshine TV“. Auch sei der Raum für Feiern, Filmvorführungen oder Lesungen zu nutzen. Lars Hilgefort hat sich Bedenkzeit erbeten. Er kommt wieder ins „Türmchen“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent