WILDESHAUSEN - Den vielen positiven Kritiken zum Debütroman schloss sich auch Marcus Hemjeoltmanns an. „Ich kenne kaum ein Buch, das so viele verschiedene Themen und Motive vereint“, stellte der Schriftführer des Kulturkreises Wildeshausen das Werk von Kathrin Aehnlich, „Alle sterben, auch die Löffelstöre“, vor. Auf Einladung des Kulturkreises las die Leipziger Autorin am Freitagabend im Ratssaal aus ihrem Werk – allerdings vor nur wenigen Zuhörern, da zeitgleich „Prince of Peace“ in der Alexanderkirche zu sehen war.

In der etwa einstündigen Lesung gewährte die 51-jährige Schriftstellerin tiefe Einblicke in den DDR-Alltag. So habe es in den 60er-Jahren einen Hang zu ausländischen Vornamen gegeben. Konsequent heißt die Heldin ihres Romans Skarlet – allerdings falsch geschrieben. Sie erinnert sich nach der Beerdigung ihres besten Freundes Paul an die jahrzehntelange Freundschaft. Etwa an die tyrannische Kindergartentante, die die Kleinen erst dann vom Tisch aufstehen ließ, wenn die Tasse Milch ausgetrunken war. Oder an Pauls „Rebellion“ gegen die Vorgesetzten in der Armee. Es sind Einblicke in eine Realität, die heute zum Teil verklärt wird.

Stipendium in New York

Aehnlich hat eine umfangreiche Reihe von Lesungen hinter sich gebracht, wie sie berichtete. Im Oktober werde sie ihr Aufenthaltsstipendium im Ledig-House in New York antreten. Zudem arbeitet die Autorin an einem weiteren Roman, der im Herbst erscheinen soll. Thema und Titel wollte sie allerdings noch nicht verraten.