WILDESHAUSEN - „Mit ,Anker gelichtet’ fängt eigentlich eine Kreuzfahrt an“, so Uwe Leinemann, Vorsitzender des Musikkorps Wittekind, am Sonnabend in der Widukindhalle vor ausverkauften Publikumsrängen. Mit dem Militärmarsch hatte zuvor das Orchester den Abend eröffnet. Zwar sei man nicht auf einem der Ozeanriesen, aber eine musikalische Kreuzfahrt sei das Eröffnungskonzert allemal, so Leinemann. Es sei übrigens eine Kreuzfahrt im 51. Jahr des Bestehens und nach dem großen Jubiläum 2011 auch ein kleines Jubiläum, denn das Eröffnungskonzert fände zum 25. Mal in der Widukindhalle statt.

Leinemann freute sich, „einem tollen Verein wie dem Musikkorps“ vorstehen zu dürfen. Er lobte die Mühen der Orchestermitglieder und des Dirigenten Ingo Poth, bedankte sich bei allen Sponsoren und vergaß auch nicht die Ehrengäste zu begrüßen. Ganz besonders hob er Hans Spille hervor, der 1960 das Musikkorps Wittekind mit gründete, lange Zeit erster Vorsitzender war und im stolzen Alter von 98 Jahren natürlich dem Eröffnungskonzert auch diesmal beiwohnte.

Über 50 Musikerinnen und Musiker im Alter von 14 und 64 Jahren einte das Eröffnungskonzert diesmal. Dabei war es nicht nur das musikalische Können, das begeisterte und unterhielt, sondern auch noch eine abwechslungsreiche Moderation durch verschiedene Orchestermitglieder.

Dorothee Böckmann oblag es beispielsweise, in die Ouvertüre 1812 von Peter Tschaikowsky einzuführen. Die damalige Auftragsarbeit Tschaikowskys schildert musikalisch den Sieg Russlands in den napoleonischen Kriegen. Was lag der näher, als das Ingo Poth eingangs zumindest äußerlich in das Bild Napoleons schlüpfte. Etwas lockerer ging es vor der Pause mit dem Marsch des Hannoverschen Kronprinz-Dragoner-Regiments zu.

Der Auftakt nach der Unterbrechung steht dem Nachwuchs zu. Mit Amazing Grace eröffnete das Anfängerensemble der Kreis-Musikschule den zweiten Konzertteil. Mit dem bekannten Kanon Bruder Jakob, vierstimmig an vier Ecken der Halle auf Instrumenten und mit Gesang vorgetragen, lag es an den Gästen, miteinzustimmen. Ein logistischer Meisterakt und eine schweißtreibende Angelegenheit, so Poth.

Auch das Jugendorchester der Musikschule des Landkreises Oldenburg stellte sich vor. Den Abschluss bildete das Stück „21 Guns“ von Green Day, gemeinsam dargeboten vom Anfängerensemble und Jugendorchester.

Mit vier weiteren Stücken, wie der Ouverture aus „La Gazza Ladra (Die diebische Elster)“, The Green Hornet Theme, Highlights aus dem Musical „Tanz der Vampire“ und schließlich dem Marsch „Frei weg“ übernahm das Orchester wieder das Zepter, um abschließend mit tosendem Beifall für den Abend gefeiert zu werden.