WILDESHAUSEN - Im Zeichen Finnlands stand der fünfte Europatag im Kreisaltenheim. Die Deutsch-Finnische Gesellschaft half bei den Vorbereitungen.

Von Frank Jacob

WILDESHAUSEN - Weiß-blaue Fahnen stehen auf den Tischen, die weißen Tischdecken werden von blauen Kreuzen geschmückt und über dem Eingang des Kreisaltenheims steht in blauen Lettern „Tervetuloa“ geschrieben. Das ist finnisch und bedeutet „Willkommen“.

„Wir haben sogar finnisches Wetter bestellt“, sagt Andreas Dinkelmann, Leiter des Kreisaltenheims, und zeigt in den blauen Himmel, der von weißen Wolken durchzogen wird: den Farben der finnischen Flagge. Der fünfte Europatag am vergangenen Sonnabend steht ganz im Zeichen des nordosteuropäischen Landes.

„Bei der Vorbereitung und Realisierung hat uns die Deutsch-Finnische Gesellschaft aus Oldenburg unterstützt“, berichtet Dinkelmann, während er mit Landrat Frank Eger auf einer finnischen Schaukel sitzt. „Das ist eine Traditionsschaukel. Die gehört zu jedem Hof in Finnland“, erläutert Dinkelmann. Im Land der tausend Seen bietet sie die Möglichkeit zur entspannten Unterhaltung, und das kommt auch in Deutschland an: „Unsere Bewohner haben hier viel Spaß und nutzen die Gelegenheit zum Gespräch“, verrät Dinkelmann.

Nur wenige Meter weiter umlagern Besucher und Bewohner gleichermaßen die zahlreichen Stände, an denen es finnische Spezialitäten gibt. „Das sind Ohrfeigen“, sagt Küchenleiterin Imke Heyne und serviert das „Berliner“-ähnliche Gebäck, das seinen Namen seiner Form, einem Ohr, verdankt. In Finnland heißt es Korvapuusteja.

Daneben liegt Gebäck aus Pullateig (Hefeteig). „Pullas gehören zum finnischen Kaffeetisch“, weiß Imke Heyne und verrät: „Die finnischen Frauen wetteifern beim Pullateigbacken wie die deutschen Frauen um den besten Butterkuchen.“ Ebenfalls im Angebot: Ein Gericht aus Lamm-, Rind- und Schweinefleisch mit Kartoffelbrei und Wurzelrohkost.

Doch nicht nur Leckereien aus der Küche geben einen Einblick in die finnische Kultur. Auch Kunst gibt es zu sehen. „Das sind Kuksa“, erklärt die geborene Finnin Mervi Windels, die seit mehr als 30 Jahren in Oldenburg lebt, und präsentiert Becher aus Keramik und Holz. Die Geschichte des Landes spiele beim Kunsthandwerk stets eine Rolle, berichtet Mervi Windels und verweist auf die Zeit der Wikinger.

Unterdessen wünscht sich die Vorsitzende der Deutsch-Finnischen Gesellschaft, Gunn Wasenius-Mahn, mehr Mitglieder für ihren Verein. „Unsere Gruppe gibt es seit 35 Jahren. Zurzeit haben wir 90 Mitglieder“, sagt sie. Im Bundesverband sind sogar 9500 Interessierte vereint.

Gesprächsthema ist unterdessen auch das Kultur-Café, das auf dem Gelände des Kreisaltenheims entstehen soll. „Nächste Woche kommen die Fenster herein, dann geht es innen weiter“, so Dinkelmann und hofft, noch im Sommer fertig zu werden.