WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/FS - Feuerspucker, Schwertschlucker, Clowns und Drahtseilartisten – das Programm ist mannigfaltig. Auch dieses Jahr gastiert der Circus Belly unter Direktorin Karin Belly für drei Tage in Wildeshausen am Westring, Ecke An der Reithwiese. Von heute bis Sonntag gibt es täglich um 16 Uhr eine Vorstellung.
Seit circa 350 Jahren reist die Zirkusfamilie ganzjährig durch Norddeutschland. In den 60er Jahren spielte man noch in Rundleinwänden ohne Dach, weiß Karin Belly zu berichten. „Publik spielen“ nannte sich das. „Aber es ist ein Irrtum, anzunehmen, im (inzwischen bedachten) Zelt sei es im Sommer heiß“, fügt sie hinzu. Das gelte nur für die Artisten, die unter dem Scheinwerferlicht ihre Vorstellung geben. 1985 erfolgte die Teilung des großen Circus Belly in zwei kleine, getrennt voneinander agierende Unternehmen.
Familie wird hier groß geschrieben, das merkt man, wenn man das Zirkusgelände betritt. Die eingeschworene und aufeinander angewiesene Gemeinschaft bildet ihren eigenen Nachwuchs selber aus. Auch die Tiere – bei Karin Belly überwiegend Pferde, Kamele und Lamas, jedoch keine Raubkatzen – stammen in der Regel aus eigener Zucht oder werden von Zoos gekauft. Der zur Zeit in Bremen gastierende, andere Circus Belly, hat dagegen Raubkatzen. Die Auflagen zur Haltung sind hoch.
Trotz der Sommerzeit, für viele Familien auch Ferienzeit, hofft die Zirkusleitung, dass viele Besucher ab heute bis einschließlich Sonntag den Weg in die Manege am Wildeshauser Westring (direkt bei einer Tankstelle) finden werden. Die Zeiten seien härter geworden, erklärt die Zirkusdirektorin, auch wenn das Ordnungsamt Wildeshausen diesmal wieder sehr zuvorkommend gewesen sei. Viele öffentliche Zirkusplätze gäbe es nicht mehr, die meisten Stellplätze seien von privat. Aber sie sei optimistisch, dass sie ihren Gästen auch weiterhin ein buntes Programm bieten kann.
