Wildeshausen - Als Benjamin Jasch Ende Oktober seine Kaffee-Rösterei „Tiefschwarz“ im ehemaligen Laden des Schuhhauses Piening am Westertor in Wildeshausen eröffnete, blickte er noch auf eine breite weiße Wand an der Stirnseite des Cafés. Schon da war für ihn klar, dass die Fläche der ideale Untergrund für ein großes Wandbild sei.
Was Jasch, von den meisten Gästen und Freunden nur „Benni“ genannt, damals wohl schon vor Augen hatte, war ein Wandbild, das sich mit der Ernte von Kaffeebohnen, Transport, Verschiffung und Röstung in vier Teilen beschäftigen sollte. Und dabei hatte er auch schon eine Künstlerin im Kopf, die dieses Riesengemälde umsetzten sollte. Seine Wahl fiel auf Caroline Kreutzmann (23), Autorin, Kunstmalerin und ausgebildete Natur- und Umweltpädagogin (Heilerziehung).
In Kate gearbeitet
Sie ist im Landkreis keine Unbekannte, lebte die gebürtige Oldenburgerin doch für vier Wochen in der Müller-vom-Siel-Kate der Dötlingen- Stiftung, um dort öffentlich zu arbeiten, zu malen und zu schreiben. Sie war die erste Künstlerin, die im August 2015 in den Genuss eines solchen Aufenthaltes kam.
„Ich liebe Öffentlichkeit und das Arbeiten vor Menschen, die einem immer mal wieder über die Schulter schauen“, sagte Caro, wie sie von Freunden genannt wird. Mit den ersten Arbeiten für das Wandbild hatte sie schon gleich nach der Eröffnung von „Tiefschwarz“ losgelegt. Zunächst malte sie mit dem Bleistift die Konturen auf die Wand. Vorlage waren vier Fotoaufnahmen, die Jasch ausgesucht hatte.
Danach ging sie mit Aquarellfarben ans Werk. Fertig sind inzwischen drei der vier Motive. Zu sehen ist ein Erntehelfer in der Plantage, dann der Transport mit dem Lkw, das Verladen und Verschiffen der Kaffeebohnen. Was jetzt noch fehlt, ist als viertes Motiv eine Szene mit der Röstung von Kaffee.
„Damit möchte ich jetzt auch zügig fertig werden. Zumindest im Groben. Der Feinschliff folgt dann noch“, sagte Caroline Kreutzmann. „Das kann auch schon ruhig in die Nacht gehen. So kann ich am besten arbeiten. Fertig werden muss das Werk nun auch endlich“, meinte die Kunstmalerin mit einem Lächeln.
Malerei als Leidenschaft
Sie bezeichnet die Malerei als ihre große Leidenschaft. „Mehr noch als das Schreiben.“ Zurzeit schreibt sie an ihrem zweiten Buch „Die Rückkehr zum Sternental“. „Das ist noch in Arbeit“, soll nun aber auch bald zum Abschluss kommen. Am ersten Buch „Trau dich, sag das Glück“ schrieb sie vier Jahre. „Jetzt muss das aber etwas schneller gehen“, so Caro.
Kreutzmanns Vater ist Kunstmaler abstrakter Bilder. „Da bin ich schon etwas bodenständiger in der Motivwahl.“ Irgendwann möchte sie ganz von der Kunst als Freischaffende leben. Darin sieht sie ihre berufliche Zukunft. „Mein Herz schlägt eindeutig für das Kreative und Kulturelle“, sagte Caro und nahm wieder Pinsel und Farbe zur Hand, um weiter zu arbeiten.
