WILDESHAUSEN - In großen Schritten naht das 606. Gildefest: Höchste Zeit für die Offiziere der Wildeshauser Schützengilde, das Fest „zuzuschneiden“. Im „großen Festanzug” – schwarzer Anzug, Zylinder, weiße Handschuhe, Handstock und Vogel – traf sich das Offizierskorps am Dienstag im Rathaus, um letzte Details abzusprechen.

Bernd Niester, Fähnrich der Wache, hatte die Versammlung vorbereitet und das notwendige „Handwerkszeug“ besorgt. Als Oberst Ernst Frost, Schaffer Stefan Mahlstede, König Uwe Reinking und die Offiziere Platz nahmen, war Butterkuchen auf den Tischen. Die silbernen Krüge standen für den Braunbiertest parat. Das Schafferpaar Stefan und Britta Mahlstede stellte gleich mehrere Sorten vor: Um der Verfettung entgegen zu wirken ein dunkles Malzbier aus dem Norden, das diätetisch sei. Eine Billigmarke für die Zeit der Wirtschaftskrise. Und ein Malzbier, das aufgrund seines Bekanntheitsgrades die Tradition der Gilde spiegele. Das sei immer noch das wichtigste, meinte Mahlstede.

Gemäß den Statuten wurde Fähnrich Niester Entlastung erteilt. Er übergab das Inventar der Gilde an Oberst Ernst Frost. Dieser wiederum reichte es an Schaffer „Malle“ Mahlstede weiter, der schließlich seinen Ehrenplatz auf dem Bierfass am Ende der Tafel einnahm. Eigentlich hätte der General der Gilde, Bürgermeister Dr. Kian Shahidi, zunächst das Inventar in Empfang nehmen müsse. Shahidi fehlte jedoch aus dienstlichen Gründen. Weiterhin stellte Schatzmeister Siegbert Schmidt die Kostenvoranschläge fürs Gildefest vor. Außerdem wurde das neue Schild für die Königskette begutachtet, das König Reinking mitgebracht hatte.

Am Rande der Versammlung stellte Hauptmann Rolf Klostermann den restaurierten Papagoy vor, der bis 2003 an der Königskette hing. Er soll einen Ehrenplatz in einer neuen Vitrine erhalten.