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Gildefest-Auftakt In Wildeshausen Aus Burgwiese wird eine Konzertwiese

Wildeshausen - Die Gilde mag es laut und bildgewaltig. So wie das bombastische Feuerwerk zum Auftakt am späten Sonntagabend. Die Gilde schätzt aber auch die leiseren, präzisen Töne. Wie die Serenade und den Großen Zapfenstreich. Und bei aller Verbundenheit zur Tradition gibt es beim Gildefest stets Neues: So gab Holger Becker, Leiter des Musikkorps Wittekind, sein Debüt als Dirigent der feierlichen Zeremonie zum offiziellen Auftakt der Festwoche.

Hut mit weißer Feder

Der 43-jährige Becker ist seit Jahren als Berufsmusiker unterwegs. Er hat im japanischen Toyama studiert, trat mit Blechbläserensembles in Europa, Asien und Nordamerika auf und spielt Musical-Melodien in der „Neuen Flora“ in Hamburg. Seit Jahren leitet er das Blasorchester Wildeshausen (Blow). Das Musikkorps hat er von Ingo Poth übernommen. „Schon vor 25 Jahren habe ich Trompete gespielt bei einem Zapfenstreich auf der Burgwiese“, erinnerte sich der Obergefreite der Reserve. Mit der Premiere am Sonntag schloss sich für ihn der Kreis.

Poth übrigens lieh ihm Hut samt weißer Feder für den Auftritt. Er selbst reihte sich mit dem Flügelhorn beim Musikkorps ein.

Diverse Übungsabende, darunter die Generalprobe am Freitag, hatten die Musiker hinter sich, bevor Becker am Sonntag den Taktstock zur Serenade hob. Hoch konzen-triert, gelegentlich mit offenem Mund, blickte er in die Reihe der Musiker. Becker ließ den Fehrbelliner Reitermarsch spielen sowie eine Variante von Alice Mertons „No roots“. „Roots“, also Wurzeln, passe gut in den Kontext des Gildefestes, so der Dirigent. Traditionell endet der Zapfenstreich mit der Nationalhymne. Zu diesem Zeitpunkt war die Anspannung in Beckers Gesicht längst einem gewinnenden Lächeln gewichen. Premiere gelungen.

Erneut wurde die Burgwiese zur Konzertwiese. Die Beat- und Brassband spielte unter der Leitung von Kristin Rosemeier Stücke wie „I will follow him“ oder „Hey Baby“. Die Band musste kurzfristig mehrere personelle Ausfälle verkraften, so dass Tambourmajorin Madeleine Niester mitspielte und der vor einem Jahr ausgestiegene Kevin Klauke reaktiviert wurde. Ein Genuss für Ohren und Augen war auch der Auftritt von „Brass & More“ des Spielmannszuges Wiefelstede, geleitet von Yannik Becker. Zu Stücken wie „It’s my life“ oder „Starships“ wurde auch getanzt. Martin Siemer moderierte.

Mit dem Einmarsch von Tambourkorps, Spielmannszug, Musikkorps Wittekind, der Wachkompanie und den Fahnenabordnungen der Kompanien entwickelte sich schnell wieder das typische Gilde-Gefühl vor dem rappelvollen Burgberg. Wegen des späten Pfingsttermins marschierten die Gruppen erst gegen 22 Uhr auf. Routiniert schritt Oberst Willi Meyer gemeinsam mit General Jens Kuraschinski, König Thorsten Graf, Schaffer Fabian Reinke und Begleitoffizieren die Front ab. In seiner Ansprache hob der General das Miteinander von Stadt und Gilde hervor und warb für die Aktivitäten zum Stadtrechte-Jubiläum im nächsten Jahr.

Buntes Spektakel

Bereits zum neunten Mal gestaltete Feuerwerker Ralf Fremy aus Wittmund mit seinem zehnköpfigen Team das pyrotechnische Spektakel. Sie hatten am Sonntag seit 8.30 Uhr auf der Burgwiese aufgebaut. „Ganz neue, hochwertige Effekte“, insgesamt eine halbe Tonne Pyrotechnik“, hatte Fremy angekündigt. Damit versprach er nicht zu viel: Zu den Klängen von Queen, The Chainsmokers & Coldplay, Nena sowie Alex Christensens’ „Boot“-Version zündeten gut 580 Feuertöpfe. Als optisches Bonbon brannten Feuerräder in zehn Meter Höhe von einem Hubsteiger, den Gilde-Schatzmeister Siegbert Schmidt zur Verfügung gestellt hatte. Die Lautsprecher-Leistung war von 15 000 auf 34 000 Watt erhöht worden. Den meisten Besuchern gefiel es: „Schnell und farbenfroh“, freute sich Detlef Bajorat, der während des Feuerwerks seine Tochter Joline (8) auf den Schultern trug.

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