WILDESHAUSEN - „Als wir 1949 ausmarschiert sind, waren die Kompanien genau 16 Mann stark“, erinnert sich Willi Utecht. Der 87-jährige Wildeshauser gehört seit 60 Jahren der Wildeshauser Schützengilde an. Für seine langjährige Treue zur Bruderschaft wurde Utecht am Sonnabend ebenso geehrt, wie Herbert Rademacher. Beide erhielten das Buch von Bernhard Brockmann „600 Jahre Wildeshauser Schützengilde“.

Die größte Kaffeetafel im Landkreis Oldenburg stand am Sonnabend im großen Festzelt auf dem Wildeshauser Gildeplatz. Beim 15. Seniorennachmittag der Gilde begrüßte General Dr. Kian Shahidi knapp 600 Männer und Frauen. Sie nutzten die Gelegenheit, um in gemütlicher Atmosphäre zu klönen. Ein besonderes Willkommen galt jenen Mitgliedern, die 1949, dem zweiten Gildefest nach dem Krieg, der Bruderschaft beigetreten sind. Oberst Ernst Frost und sein Adjutant, Oberstleutnant Heiner Ahlers, bedankten sich mit einem Buchpräsent. Eingeladen wurden auch zehn Gildebrüder, die der Gilde seit 50 Jahren angehören. Es kam allerdings allein Karl Kern, der seine Frau Bärbel mitbrachte. „50 Jahre ist ja noch nicht lange“, flachsten einige Offiziere.

„Der Seniorennachmittag ist mittlerweile eine feste Institution geworden“, sagte Gilde-General Dr. Shahidi. Jung fühle sich, wer noch an den Dingen des Lebens interessiert sei und sich neuen Herausforderungen stellen wolle. „Sie gehören zu den Jungen in Wildeshausen“, so Shahidi. Die Senioren seien „ein wertvoller Aktivposten“ in unserer Gesellschaft.

Auf der Bühne sorgten der Musikverein Visbek unter der Leitung von Georg Schillmöller und die Wildeshauser Harmonikafreunde mit Paul Cardenäo an der Spitze für Unterhaltung 28 Damen des Wildeshauser Frauenvereins sorgten dafür, dass Tassen und Teller stets gefüllt waren. „Wir übernehmen bereits im 15. Jahr den Dienst“, sagte Vereinsvorsitzende Brigitte O. Kaiser. Bewohner sämtlicher Wildeshauser Altenheime waren vertreten. Der vom Malteser Hilfsdienst angebotene Fahrdienst sei wieder gut angenommen worden, berichtete Heinrich Kathmann, der seinerzeit die Idee zum Seniorennachmittag hatte. In Begleitung der Wachkompanie und des Tambourkorps stellten sich auch Gildekönig Volker Böttjer und Schaffer Jörn Ahlers im Festzelt vor.