WILDESHAUSEN - Sie ist anders als die anderen, trägt einen blauen Umhang und auch sonst scheint das Mädchen nicht so wie andere Gleichaltrige zu sein. Eine Szene aus der Theaterepisode in der Alexanderkirche Wildeshausen. Das Thema des Jugendgottesdienstes „Alex 18.30“ lautet diesmal „voll anders“ und beschäftigt sich mit dem Ausgegrenztsein auf vielfältige Art und Weise.
Auch diesmal hat sich die Alexanderkirche wieder mit jungen Menschen gefüllt, die auf Einladung der Kirchengruppe „Alex 18.30“ gekommen waren, darunter auch Gäste der Evangelischen Jugend Dötlingen. Sie bietet immer wieder Fahrgelegenheiten zu dem jungen Gottesdienst in Wildeshausen an.
Menschen mit Behinderungen aus den Diakonischen Werken Himmelsthür hatten sich an der Vorbereitung des Jugend-Gottesdienstes beteiligt. So wie Marion Ellerbrock und Marcel Broske, die in der Wohngemeinschaft an der Kleinen Straße 4 in der Innenstadt Wildeshausens leben. Sie kennen aus eigener Erfahrung Ausgrenzung nur zu gut, die in der Gruppe, aber auch im Alltag allgegenwärtig ist. Auf Bildern haben sie die Situation dargestellt, wie sie sich oft für Behinderte darstellt. Ein Rollstuhlfahrer steht vor der Treppe und kommt nicht weiter. Ein anderer will über die Mauer schauen, doch sie ist zu hoch und gibt den Blick nicht frei.
Mit viel Musik von der Alex-Haus-Band, begleitet durch den Jugendchor unter der Leitung von Ralf Grössler, stimmten sich die Jugendlichen ein. In den Episoden wurde gezeigt, wie Ausgrenzung überwindbar ist und wie auch „voll Andere“ integriert werden können. „Zusammen erleben, was das Leben wirklich ist“, heißt es dazu in einem Liedbeitrag. Und schließlich wird auch das Mädchen mit seinem Umhang integriert. Es zeigt seine eigenen Fähigkeiten, Dinge ganz anders zu betrachten und erfährt so am Ende die Aufmerksamkeit, die es sich so sehnlich gewünscht hat.
In der „stillen“ Zeit hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen und Ausgrenzungen kurz schriftlich zu beschreiben. Die Ergebnisse waren im Anschluss ausgehängt nachlesbar.
Auch diesmal hatte ein zwölfköpfiges Team unter der Leitung von Jugenddiakonin Helma Stukenborg, Anke Strömer und Diakon Johannes Kretschmar-Strömer den Gottesdienst inhaltlich vorbereitet. Dass der „Alex 18.30“ diesmal genau zu Pfingsten startete, war eher ein Zufall. „Das hat sich zeitlich so ergeben, da wir im Wechsel mit dem Jugendgottesdienstangebot in Delmenhorst, die Termine aussuchen“, erklärte Helma Stukenborg. Denn auch in der kreisfreien Stadt findet regelmäßig ein Angebot in der Stadtkirche statt.
Nach der gelungenen Jugendveranstaltung konnte sich im Bistro hinter dem Altar getroffen werden, um noch gemeinsam zu plaudern und in geselliger Runde das Gesehene zu verarbeiten.
