WILDESHAUSEN/GRIMMA - WILDESHAUSEN/GRIMMA/LD - „Auf zu neuen Abenteuern!“ Unter diesem Motto starteten der Spielmannszug und der Fanfarenzug Wildeshausen zu einer dreitägigen Reise Richtung Ostdeutschland zum 5. internationalen Musikantentreffen in Grimma. Nach einer mehrstündigen Busfahrt konnte das Quartier noch am selben Abend bezogen werden und der Abend locker bei einem Showkonzert im Festzelt ausklingen.

Bereits im Jahr 2002 konnte man häufiger etwas über das Städtchen im Herzen Sachsens lesen. Damals stand die ungefähr 20 000 Einwohner große Stadt bei der Hochwasserkatastrophe bis zu drei Meter unter Wasser. In vielen Städten wurde gespendet, und auch in Wildeshausen fand damals ein Benefizkonzert statt, an dem Spielmannszug und Fanfarenzug mitwirkten. Bereits zwei Wochen nach der Katastrophe waren die Straßen wieder befahrbar. Bis auf die Pöppelmannbrücke ist die Stadt wieder komplett saniert und repariert. Nicht zuletzt war dies durch die vielen Spendengelder möglich, die seit damals geflossen sind und bis heute ca. 252 Millionen Euro betragen.

Musikalisch wurde es für die beiden Vereine am Sonnabend interessant, denn es stand ein Auftritt ins Haus, der nicht alltäglich war. Zusammen mit den rund 40 anderen Musikvereinen wurde im Fußballstadion „Stadion der Freundschaft“ musiziert. Und wann kann man schon einmal mit 2000 anderen Musikern zusammen spielen? Im Anschluss durfte noch jeder Verein zwölf Minuten auf die Showbühne im Festzelt und sein Programm darbieten. Währenddessen gaben die zahlreichen Zuschauer Ihre Stimme ihren Publikumslieblingen in den verschiedenen Kategorien.

Gerade einmal neun Stimmen fehlten dem Fanfarenzug, um den Pokal für den Publikumsliebling in ihrer Kategorie mit nach Wildeshausen zu nehmen. Nur dem FZ aus Hoyerswerder mussten sich die jungen Musikerinnen und Musiker geschlagen geben. Aber auch der Spielmannszug Wildeshausen war im oberen Viertel der zehn anwesenden Spielmannszüge vertreten.

Auch wenn keiner der Vereine einen Pokal mit nach Hause nehmen konnte, wird die Fahrt in sehr guter Erinnerung bleiben. Denn der Spielmannszug und der Fanfarenzug haben durch Ihre hervorragenden Leistungen viele neue Kontakte knüpfen können und sich so zum Sieger der Herzen hervorgespielt. So erhielten sie z. B. Einladungen aus dem Allgäu zum Karneval im Februar 2006 oder zum Musikfest in die Stadt Radeberg im September 2006. Selbst für das Jahr 2007 konnte schon ein Termin mit dem Spielmannszug/Fanfarenzug Satrup an der dänischen Grenze vereinbart werden. Auch Kontakte zu einem japanischen Musikverein wurden gefestigt.

Vor allem der Fanfarenzug Wildeshausen schwimmt derzeit auf einer Welle von Erfolgen. Denn nur eine Woche bevor es zum Musikantentreffen ging, hatten die Musikerinnen und Musiker bei den Euromusiktagen in Bösel den 1. Platz mit einem Stück belegt, das extra aus Amerika bestellt wurde.