WILDESHAUSEN - Seit 1996 gedenken die Deutschen am 27. Januar der Opfer des Nazi-Terrors. An diesem Tag vor 65 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit, und die ganze Grausamkeit des Völkermordes in deutschem Namen, der zum größten Teil an jüdischen Menschen begangen wurde, offenbarte sich der Welt.
Auch auf dem jüdischen Friedhof in Wildeshausen kam am Mittwoch eine kleine Gruppe zusammen, um besonders der Opfer des Holocaust aus dieser Stadt zu gedenken. Bürgermeister Dr. Kian Shahidi erinnerte an die zwölf ermordeten Mitglieder der Familien de Haas, de Vries, Goldstein, Herzberg und Heinemann und skizzierte anhand des Buches von Werner Meiners stellvertretend für die Schicksale aller anderen den Leidensweg von Alfred Heinemann, der Ende Juli 1942 gemeinsam mit seiner Haushälterin Golda Herzberg im Konzentrationslager Minsk sein Leben lassen musste. „Möge das Leid und die Qual dieser Menschen niemals vergessen werden. Möge die Schuld auf ewig als Mahnung für die Zukunft in uns brennen“, sagte Shahidi.
Der Bürgermeister legte zusammen mit Bodo Riethmüller vom Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen einen Kranz am Gedenkstein nieder, auf dem die Namen der zwölf ermordeten Wildeshauser Juden verewigt sind. Riethmüller forderte einen wehrhaften Umgang mit den Gegnern der Demokratie. Die Deutschen seien aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten, der eine Wiederholung der Geschichte unmöglich macht. Er schlug vor, im nächsten Jahr gemeinsam mit der Stadt Wildeshausen und dem Gymnasium eine Ausstellung zum Thema Auschwitz zu organisieren.
Die Gedenkfeier am Mittwoch wurde von 15 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums und ihrem Lehrer Marcus Hemjeoltmanns gestaltet, die unter anderem das Lied „Heal the World“ („Heile die Welt“) von Michael Jackson sangen.
