Wildeshausen - Hamburg, Berlin, Köln – und Wildeshausen: Michael Batz weiß, wie man aus Licht mehr macht als nur Beleuchtung. Der Hamburger Lichtkünstler hat schon die Speicherstadt seiner Heimatstadt zum Leuchten gebracht, ebenso den Reichstag und den Kölner Dom. Am Mittwochabend haben Batz und der Lichtplaner Carsten Zieseniß aus Buchholz auf dem Wildeshauser Marktplatz aufgezeigt, wie die Stadt in einem besseren Licht erleuchten könnte.

Den Kontakt zu den Beleuchtungsprofis hatten die Stadtwerke Bremen (swb) hergestellt. Seit Anfang des Jahres bringt die Firma im Auftrag der Stadt Wildeshausen die Straßenbeleuchtung auf den neuesten Stand. „Die Stadt Wildeshausen wollte die Probebeleuchtung gerne haben“, sagte Christoph Brinkmann, Sprecher der swb. Mit Batz und Zieseniß habe man in Bremen bereits gute Erfahrung gemacht.

Die beiden haben die Kreisstadt im Vorfeld mehrmals besucht und sich den Ort für die Probebeleuchtung bewusst ausgesucht, weil hier alle Themen versammelt seien: ein großer Platz, historische Fassaden und der Markt als Treffpunkt. „Wir machen nur Vorschläge, um zu zeigen, was man mit Licht machen kann“, so Batz.

Über Licht könne man viel reden, man müsse es aber sehen, um zu verstehen, dass Licht nicht nur „hell“ bedeutet: „Licht im öffentlichen Raum ist keine Großraumdisco“, so Batz. Licht erzähle die Geschichte einer Stadt und könne Identität stiften.

In Zeiten ökologischer und ökonomischer Zwänge müsse man sich fragen: Wie viel Licht braucht es tatsächlich, um dem Sicherheitsempfinden gerecht zu werden und gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der die Juwelen der Stadt zur Geltung kommen? Ein Lichtprojekt sei ein demokratisches Projekt, sagte Batz – wenn man alle daran beteilige. Wichtig sei, so Zieseniß, dass die Stadt zunächst mit einem Projekt starte, denn: „Licht ist schnell. Lichtkonzepte umzusetzen, dauert aber meist lange. Man muss den Mut aufbringen, Geduld zu haben“, ermunterte Batz.

Gemeinsam mit der Wildeshauser Firma Hoge hatten Batz und Zieseniß die Probebeleuchtung aufgebaut. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur informierten sich vor Ort.