WILDESHAUSEN - Es ist jedesmal ein imposantes Bild, wenn der Wildeshauser Spielmannszug aufspielt – ob beim Gildefest in der blau-roten Husarenuniform oder bei anderen Feiern, etwa dem Schützenfest in Hannover, in blauer Uniform. In seiner Geschichte kann das Orchester auf knapp 6000 Spiele und Auftritte zurückblicken. Der erste war am 10. September 1950 auf dem Schützenfest in Lüerte. Seinen 60. Geburtstag feiert der Verein am Sonnabend, 15. Mai, mit einem großen Musikfest. Auch das 40-jährige Bestehen des Fanfarenzugs steht dabei im Mittelpunkt.
„Wir feiern also eigentlich 100-Jähriges“, scherzen Spielmannszug-Vorsitzender Hartmut Posenauer und Technischer Leiter Jens Kuraschinski. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das Vereinsleben wieder erblühte, beauftragte Wildeshausens einstiger Stadtdirektor Theodor Cohn den Angestellten Carl-Heinz Meyer (kleines Bild), den Musikzug ins Leben zu rufen. „Die Aufgabe war ihm auf den Leib geschnitten“, meint Kuraschinski. Meyer war einst Tambourmajor der Wehrmacht und sogar bei den Olympischen Spielen 1936 dabei. Der Spielmannszug wurde sein „Lebenswerk“. Im Jahr 1975 übernahm Hartmut Frerichs den Tambourstab; seit 2001 führt Kuraschinski den Musikzug.
Bis 1999 bestand der Spielmannszug nur aus männlichen Mitgliedern. Dann entschieden die Aktiven, auch Mädchen in die Ausbildung aufzunehmen. Inzwischen sind 48 aktive Mitglieder unter Kuraschinski im Einsatz.
Posenauer: „1970 gründete der Spielmannszug den Fanfarenzug.“ Er bestand 18 Jahre lang nur aus weiblichen Mitgliedern. Nach 40 Jahren seines Bestehens hat der Fanfarenzug mehr als 1500 Auftritte zu verzeichnen. Rund 30 aktive Mitglieder sind unter den Tambourmajorinnen Kristin Rosemeyer und Madeleine Niester im Einsatz. Und das überaus erfolgreich: Der Fanfarenzug gewann bei diversen Wettbewerben 1. und 2. Plätze, so Sprecherin Sanda Böske. Großen Anteil daran hat auch Dirk Böhler, der den Zug mehrere Jahre geleitet hat.
Spielmannszug und Fanfarenzug waren in ihrer jahrzehntelangen Geschichte bereits bei Veranstaltungen wie dem Blumenkorso in Almelo (Holland), dem Rosenmontagsumzug in Köln, dem Freimarkt in Bremen oder dem Schützenfest Hannover. Zum „100. Geburtstag“ am 15. Mai auf der Burgwiese, „lassen wir uns einmal ein Ständchen bringen“, fasste Posenauer das Großereignis zusammen.
