WILDESHAUSEN - Schon der große Erich Kästner wusste, dass das Glück „keine Dauerwurst“ ist, von der man sich jeden Tag nach Belieben ein Stück herunterschneiden kann. Bis heute mangelt es den Menschen nicht an schlichten Lebensweisheiten und vulgär-philosophischen Stammtischeinsichten über das Glück, das weder auf dem Rücken der Pferde noch im Geld allein zu finden sei. Humor und Gesundheit sind da schon tiefere, reinere Quellen des Lebensgefühls, das alle anstreben und sich gegenseitig wünschen – gerade zum Jahreswechsel.
Kabarettistisch und nachdenklich, satirisch und besinnlich zugleich gibt sich denn auch die Inszenierung des Theatriums Bremen, das auf Einladung des Kulturkreises Wildeshausen am Sonnabend, 22. Januar, ab 20 Uhr im Forum des Gymnasiums auftritt. Unter dem spannenden Titel „Das Glück ist ja schließlich keine Dauerwurst...“ präsentieren Jeanette Luft und Leo Mosler ein Puppenkabarett mit acht Figuren und viel Musik, das ebenso ungewöhnlich, überraschend und kreativ zu werden verspricht, wie der Titel es vermuten lässt.
Denn seit einigen Jahren befassen sich ja auch Wissenschaftler intensiv mit der Frage des Glücks. Es wird geforscht an indischen Universitäten, in englischen Laboren und an amerikanischen Instituten. Hat dieser Boom uns bisher glücklicher gemacht? Im internationalen Glücksranking zumindest dümpeln die Deutschen auf Platz 20 herum, und die schlecht gelaunte Volksmehrheit verweigert nachhaltig ihren Beitrag zur Binnenkonjunktur. Hier allerdings schwungvoll einzugreifen, hat sich das Bremer Theatrium, dem großen Vorbild Erich Kästners folgend, fest vorgenommen. Das interessierte Publikum aber sei ausdrücklich davor gewarnt, Patentrezepte zum großen Glück von der Vorstellung zu erwarten. Eher verspricht der Kulturkreis Anregendes, Nachdenkliches, Humorvolles und Kreatives – Lösungen suche sich der Zuschauer gefälligst allein. Auch Kästner hat das von seinen Lesern stets verlangt.
Der Vorverkauf zu diesem ungewöhnlichen Kabarett hat in den beiden Wildeshauser Buchhandlungen begonnen. Tickets zum Preis von 14 Euro (ermäßigt 7 Euro) sind bei Bökers am Markt (Tel. 92163) sowie in der Gilde-Buchhandlung (Tel. 71175) erhältlich. Über die aktuelle Kartenlage gibt der Kulturkreis am 22. Januar ab 18.30 Uhr unter Handy (0163-8270052) Auskunft.
